GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 12.02.2010

Dr. Thomas Schulte: K.O.-Sieg gegen GRÜEZI Real Estate AG


 Dr. Thomas Schulte<br /> aus Berlin
Dr. Thomas Schulte
aus Berlin
Der bekannte Berliner Verbraucheranwalt Dr. Thomas Schulte (Sat1 "Akte 10", RTL "Explosiv") errang einen K.O.-Sieg in der zweiten Runde vor dem Berliner Kammergericht gegen die Charlottenburger Immobilien Vertriebsspezialisten GRÜEZI Real Estate AG.

Gestern um 12.30 Uhr. Schöneberg, Elßholzstraße 30, Saal 270, 4. Zivilsenat (Bankensenat). Einzelrichter Kuhnert schloss seine zweistündige Beweisaufnahme mit dem dringenden Rat an die GRÜEZI Real Estate AG ab: "Machen Sie das Geschäft rückgängig." Das entsprechende Urteil werde er in 4 Wochen verkünden. Eine Revision sei zwar vor dem Finanzsenat des höchsten deutschen Gerichts möglich, aber Kuhnert rät auch hier wegen der unnötigen Kosten davon ab.

Das Geschäft, das die GRÜEZI Real Estate AG nun rückgängig machen muss, betrifft eine Zweizimmerwohnung in Berlin Köpenick, die im Jahre 2007 einem verheirateten Frauenpaar (Sozialpädagogin, Apothekenfachangestellte) aus der Kurstadt Buckow in Märkisch-Oderland als Altersvorsorge und Steuersparmodell in einer Art Blitzverkauf regelrecht aufgeschwatzt worden war.

Die Gemeinheit bestand zunächst einmal darin, dass die Frauen für die Wohnung in der Grünauerstraße 100 die stolze Summe von 103.000 Euro zahlen mussten, obwohl der von Dr. Schulte jetzt recherchierte marktübliche Verkaufswert bei nur 33.000 Euro liegt.

Da konterte die GRÜEZI wohl zurecht: Die Frauen seien volljährig gewesen. Sie seien sehend in den Kaufvertrag für die Wohnung und den dazugehörigen Kreditvertrag bei der Deutschen Bank hineingegangen.

Damit Richter Kuhnert den Wert der Immobilien bewerten könne, müsste er nun für 3.000 Euro einen unabhängigen Gutachter bestellen, sagte er. Aber das sei für eine Rückabwicklung des Kaufvertrages zumindest in diesem Fall gar nicht so sehr entscheidend und man könne deshalb darauf verzichten.

Denn entscheidend, so Richter Kuhnert weiter, sei die Frage: "Konnten es sich die Frauen leisten, die Wohnung zu erwerben und zu unterhalten?"

Und das konnten sie definitiv nicht. Die wahre Gemeinheit beim Verkauf der Wohnung bestand nämlich darin, dass die Vermittler den Frauen versprachen: Sie müssten unterm Strich nur monatlich maximal 120 Euro bezahlen. Und wenn eine der Frauen auch noch ihre bestehende Altersvorsorge mit einer monatlichen Zahlung von 90 Euro (70 Euro für einen Bausparvertrag und 20 Euro für einen Aktienfonds) kündigen würde, hätten sie zusammen ja eigentlich nur eine neue Belastung von 30 Euro mehr als bisher (120 Euro - 90 Euro = 30 Euro).

Die Realität sah anders aus. Sozialpädagogin Melanie S. (31) erläuterte dem Richter: "Es kam zunächst keine Miete. Die 1. Kredit-Rate wurde aber abgebucht. 681 Euro. Die 2. Rate ging zurück, weil ich gar nicht so viel Deckung auf dem Konto hatte. Und als dann tatsächlich Mieteinnahmen kamen, mussten wir für den Kredit immer noch 244 Euro und noch einmal 150 Euro jeden Monat für Rücklagen an den Hausverwalter zahlen. Also monatlich 394 Euro. Das war das Dreifache, was man uns vorgerechnet hatte."

GRÜEZI-Zeuge erinnert sich nur noch an seinen geplatzten Mercedes-Reifen

GRÜEZI bot als Gegenzeugen den freien Vermittler Peter Sch. (58) aus Neuenhagen bei Berlin auf. Der erinnerte sich allerdings nicht mehr daran, was man den Frauen damals vorgerechnet habe. Aber eines wusste er noch ganz genau: "Auf der Fahrt zu den Frauen nach Buckow führte mich mein Navigationssystem durch einen Waldweg und ich zerschrotete mir dabei einen Reifen meines Mercedes. Und auf dem Hof war ein kläffender Hund."

Aber auf Nachfragen von Richter Kuhnert fiel dem Vermittler dann doch noch ein: "Der monatliche Aufwand lag für jede Frau im zweistelligen Bereich. Das könnten 60, 70 oder auch 80 Euro gewesen sein." Also auf gar keinen Fall 200 Euro pro Käuferin, wie im Augenblick. Für den Richter ein klarer Fall von Falschberatung.

Ein angeblicher Mietpool sollte vor Mietausfällen schützen

Aber damit nicht genug. GRÜEZI ließ die Frauen auch noch mit dem Versprechen einlullen, sie bräuchten sich über Mietausfälle oder über einen Elektriker oder andere Reparaturen gar keine Sorgen machen.

Die Apothekenfachangestellte Bianka B. (33) erinnerte sich: "Uns wurde erklärt, dass alle Mieteinnahmen der Wohnungen im Haus in einem Mietpool zusammengeführt werden, aus denen dann auch Mietausfälle ausgegelichen würden."

Richter Kuhnert fragte den GRÜEZI-Vermittler: "Gibt es so einen Mietpool?"

... Fortsetzung » lesen.

 



Um diese GoMoPa® - Meldung vollständig lesen zu können, müssen Sie mindestens registriertes GoMoPa® Mitglied sein. Jetzt registrieren.


Sollten Sie bereits registriert sein, loggen Sie sich bitte jetzt ein:

Benutzername:
Zugangsdaten vergessen?
Passwort:
Registrieren?
 



 

Dokumente zum Thema:
» EV Sven Wibben über bei T.K. Immobilien GmbH
» Strafanzeige gegen Klinge vom 16.1.2010
» EV Klinge 21.01.2010
» Klinge Kalkulation Fregestraße 38 in Berlin Friedenau

Pressemitteilungen zum Thema
» T.K. Klinge Immobilien: Rette sich, wer kann
» Schrottimmobilien-König Klinge: Wann schlägt die Justiz zu?
» Berlin - Vom Strassenmusikanten zum Immobilienmillionär und zurück

Beiträge zum Thema
» Swisskontor GmbH
» TK Immobilien Berlin
» Notar 12.10.2009 Klinge-Renner
» Etika Grundbesitz von Konstantin Renner

 

Copyright 2000 - 2017 by Goldman, Morgenstern & Partners LLC - GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net)