GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 04.03.2010

Dr. Schulte jagt die Poker-Gangster


Von Poker hatte niemand eine Ahnung. Dennoch fuhren im Herbst 2007 tausende Kleinanleger aus aller Welt, darunter auch Hunderte Deutsche, nach Kopenhagen in Dänemark, um Miteigentümer eines gigantischen, illegalen Online-Casinos zu werden: T6poker.com.

Mit Einsatzrückzahlungsgarantien von 30 Prozent und satten Jackpots lockte T6 Poker die weltbesten Spieler an die Turniertische, und mit Rendite-Zusagen von monatlich bis zu 60 Prozent standen die Anleger für das Poker-Investment Schlange.

Doch so gewaltig T6 Poker begann, so abrupt endete die Show

Nach nur einem Jahr ging die Internetseite im Dezember 2008 einfach vom Netz. "Die Anleger gingen leer aus und die Hintermänner setzten sich mit schätzungsweise 60 Millionen Euro ab", sagte der Berliner Anlegerschutzanwalt Dr. Thomas Schulte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net. Dr. Schulte vertritt 130 Geschädigte aus Berlin und Brandenburg und jagt die Abzocker weltweit mit Hilfe von Interpool, Wirtschaftsdetekteien sowie deutschen, dänischen, englischen und panamesischen Behörden.

Der Bigboss von T6poker.com aus Panama  © RBB
Der Bigboss von T6poker.com aus Panama © RBB
Einer, der den Bigboss mit eigenen Augen gesehen hatte, ist der Brandenburger Anleger Gerald Saik. "Es war eine gigantische Veranstaltung im November 2007 in Kopenhagen", erinnert sich Saik. "Der Casino-Gründer wurde live aus Panama zugeschaltet und versprach von der Videoleinwand, innerhalb eines Jahres werde das Casino Marktführer sein." Plakate so groß wie LKW-Planen verkündeten im Festsaal für jedes Sonntagsturnier Mindestgewinne von 500.000 Euro bei nur 55 Euro Einsatz.

"Jeder konnte einen Anteil für 667 Euro kaufen", erzählt Saik, der insgesamt 3.500 Euro einzahlte. "Dafür wurde einem in Aussicht gestellt, an den Gewinnen des Casinos beteiligt zu werden." Auf großen Tafeln wurde vorgerechnet: Wer beispielsweise einen Anteil von 500 Euro in einen 40-Millionen-Euro-Topf einzahlte, sollte eine monatliche Rendite von 300 Euro bekommen und jeden Monat als Extrabonus noch einmal 9.000 Euro obendrauf.

Das kam dem Brandenburger Ingenieur Bernd Kummarnitzky zwar spanisch vor, dennoch investierte und verlor auch er mehrere tausend Euro. Er sagte der RBB-Redaktion "Täter-Opfer-Polizei": "Die Höhe der Rendite war nicht glaubwürdig. Aber das System insgesamt war glaubwürdig. Es hätte so funktionieren können."

Das Poker-Schneeballsystem ging nur für die Initiatoren auf

Der Plan ging allerdings nur für die Initiatoren auf. Denn die Auszahlung war daran gebunden, dass man erst 30 neue Investoren werben musste, bis eine so genannte Matrix voll war. Und erst, wenn diese Matrix-Leute wiederum jeweils 30 neue Investoren gefunden haben, würden die Gewinne fließen. Das hatte gar nichts mehr mit einem Pokergeschäft zu tun. Das war einfach nur ein Schneeballsystem, das bekanntermaßen nur für kurze Zeit funktionieren konnte.

Peter Lischke von der Verbraucherzentrale Berlin erklärt: "Man kann immer nur eine bestimmte Zahl von Leuten werben. Gewinner sind dabei nur die Initiatoren." Ein Jahr lang sackten die ein, was nur ging, und machten sich dann aus dem Staub.

 Dr. Thomas Schulte<br /> aus Berlin
Dr. Thomas Schulte
aus Berlin
Rechtsanwalt Dr. Schulte schätzt ein: "Wir sehen hier das Werk von organisierter Krimininalität. Das ist immer dann der Fall, wenn die Täter arbeitsteilig vorgehen, die Sache langfristig geplant haben und sehr viel Mühe darauf verwenden, ein Bild eines ordentlichen Unternehmens vorzugaukeln, um am Ende die Ernte einzufahren." In diesem Fall rund 60 Millionen Euro.

Verbraucherschützer Lischke rät: "Stellen Sie Strafanzeige, auch wenn Sie davon nicht ihr Geld zurückbekommen. Aber nur so kann den Betrügern das Handwerk gelegt werden."

Damit die gelinkten Poker-Investoren vielleicht doch noch etwas von ihrem Geld sehen, hat Dr. Schulte eine Arbeitsgemeinschaft T6 Poker gegründet.

GoMoPa.net: Was macht die Arbeitsgemeinschaft T6 Poker?

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