GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 15.04.2010

Günter Wallraff bald als Undercover-Leiharbeiter?


Günter Wallraff (67) © WDR
Günter Wallraff (67) © WDR
Der verdeckte Ermittler Günter Wallraff (67, "Ganz unten", "Der Aufmacher") könnte demnächst als Undercover-Leiharbeiter bei einer Leiharbeitsfirma anheuern. Wo ist natürlich geheim, die Firma soll ja nicht gewarnt werden.

Auf einer Podiumsdiskussion "Gegen den Strom" in der kulturellen Begegnungsstätte Hasper Hammer in Hagen (NRW) nahm Wallraff gestern interessiert die Bitte eines Gewerkschafters auf, Wallraff und auch andere Journalisten sollten sich doch mal um die Zustände in der Leiharbeitsbranche kümmern.

Das Unternehmen, das der Gewerkschafter konkret für einen neuen Job Wallraffs im Auge habe, so berichtet ein Autor von Readers Edition, sei ein bekanntes Unternehmen, das angeblich keinen Urlaub und keinerlei Lohnfortzahlung gewährt. Betroffen, so der Gewerkschafter aus dem Publikum seien etwa 15.000 Teilzeitkräfte. Die Firma, so vernahm das staunende Publikum gestern entrüstet, zahle seinen Mitarbeitern in Luxemburg einen Mindeststundenlohn von über 8 Euro, ein paar Kilometer weiter in Deutschlands schöner neuen Arbeitswelt (in Anlehnung an Wallraffs jüngstes Buch "Aus der schönen neuen Welt") jedoch nur 5 Euro und 11 Cent per Arbeitsstunde.

Mut zu dem Job-Vorschlag für Wallraff hatte der Gewerkschafter gefasst, weil Wallraff zuvor über unhaltbare Zustände in den Leiharbeitsfirmen gesprochen hatte. Die Menschen, arbeitslos, heute gezwungen jede Arbeit anzunehmen, um sich durchzubringen, seien zu bedauern. Er, Wallraff, habe ja immer gewusst: Das ist nur für eine gewisse Zeitspanne. Einer der Schuldigen an der Misere ist für Wallraff Wolfgang Clement, "der inzwischen aus der SPD ausgetreten wurde".

Während einer Talksendung, so Wallraff gestern, habe er seine gute Kinderstube vergessen und Clement als das bezeichnen müssen, was er sei: nämlich ein Arbeiterverräter! Wie sonst sollte man auch einen Menschen nennen, der erst die Gesetze mit schuf, die Menschen in prekäre Jobs etwa bei den Zeitarbeitsfirmen und nach Beendigung seiner Ministerzeit als Aufsichtsratsmitglied etwa der Firma Adecco saftig profitiere. Ebenso ein Friedrich Merz, der zuletzt in so vielen Aufsichtsräten saß, dass dessen Bundestagsmandat zum Nebenjob geworden sei.

Callcenter seien die Seuche unserer Zeit

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