GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 28.05.2010

Allgemeine Giro 24: legaler Leasing-Wahnsinn aus München?


Seit sechs Jahren beißen sich die Autoleasing-Opfer-Anwälte an der Münchener Firma Allgemeine Giro 24 die Zähne aus.

Die Allgemeine Giro 24 GmbH wirbt im Internet für ein "Auto-Leasing-ohne-Schufa-Score" und macht gern, so berichten immer wieder Kunden, von ihrem eigens kreierten und jederzeit möglichen Rücktrittsrecht Gebrauch, kurz nachdem die Kunden die Leasing-Sonderzahlung überwiesen haben. Die Kunden müssen dann nicht nur zu Fuß gehen. Die Sonderzahlung wird einbehalten. Und die Kunden bekommen auch noch eine saftige Zusatzrechnung für einen angeblichen Schaden zugestellt. Aber das stehe schließlich für alle nachlesbar in den AGBs, also den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, der Allgemeinen Giro 24. Wer unterschreibt, ist also selber schuld.

Eine Rechtsanwältin gab auf

Rechtsanwältin Angelika C. Schweizer von der Kanzlei Schweizer & Bunkert aus Stuttgart hatte jahrelang Giro 24-Kunden vertreten. Jetzt teilte sie dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit: "Leider vertrete ich seit Jahren keine Giro 24 - Geschädigten mehr, da zum Schluss die Gerichte meinen Mandanten nicht mehr recht gegeben haben, so dass ich meine Bemühungen eingestellt habe."

Hat die Allgemeine Giro 24 GmbH nun einen Freifahrts-Schein zum "Abmelken" finanziell angeschlagener Kunden, die wegen ihrer schlechten Schufa keinen Wagen leasen können, aber beruflich dringend einen bräuchten und deshalb in die Vertragsfalle tappen, weil sie darauf vertrauen, dass Giro 24 schon nicht so böse sein werde? Nach den bisherigen Erfahrungen scheint es so zu sein.

Opfer Hans Vits (72) aus<br /> Meerbusch bei Düsseldorf<br /> © Vits
Opfer Hans Vits (72) aus
Meerbusch bei Düsseldorf
© Vits
Ein Düsseldorfer Weinvertreter-Ehepaar wehrt sich dennoch: "Wir bekamen die AGBs erst hinterher."

Auch den hartgesottensten Finanzprofis unterlaufen mal Fehler. "Wir haben die AGBs der Allgemeinen Giro 24 erst fünf Tage, nachdem meine Frau Marita (56) den Leasingvertrag unterzeichnet hatte, erhalten", schildert Weinvertreter Hans Vits (72) aus Meerbusch bei Düsseldorf, dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net. "Hätten wir gewusst, was da alles drin steht, hätte meine Frau niemals unterschrieben."

Für die Vits aus Meerbusch steht fest: "Der Vertrag mit der Allgemeinen Giro 24 ist gar nicht erst zustande gekommen, wir verlangen unsere Anzahlung zurück und haben über unseren Düsseldorfer Anwalt ein Verfahren wegen ungerechtfertigter Bereicherung eingeleitet", so Hans Vits. Giro 24 behauptet, die AGBs hätten bei Vertragsabschluss vorgelegen und bietet als Zeugen ihren Verkäufer Josef Stangl auf, ein Name, der auch bei fast allen früheren Anzeigen und Beschwerden auftaucht. Aussage steht gegen Aussage. Man sieht sich vor Gericht. Das Amtsgericht München hat in Sachen Vits gegen Giro 24 für den 8. Juni 2010 einen Gütetermin angesetzt.

 Der Traum vom Ford Fokus ist geplatzt
Der Traum vom Ford Fokus ist geplatzt
Denn eigentlich wollen die Vits ja einen Leasingvertrag. Als Wein- und Sektvertreter für einen Pfälzer Winzer brauchen sie ein Auto mit einem großen Kofferraum. Und da hatten sie sich schon einen passenden Wagen ausgeguckt. Einen silbernen Ford Fokus, ein Vorführwagen, der erst 15.000 Kilometer auf dem Buckel hatte. 17.250 Euro wollte das Autohaus dafür haben. Doch die Geschäftsfrau Marita Vits bekam keinen Kredit. Sie hatte zwar vor zwei Jahren eine Insolvenz aufgehoben bekommen, die stand aber immer noch in der Schufa.

Hans Vits suchte im Internet nach einer Lösung und stieß sehr schnell auf das Angebot der Giro 24 ohne Schufa-Score und auch noch ohne Kilometerbegrenzung. Eine Bearbeitungsgebühr falle auch nicht an, hieß es.

Hans Vits: "Ich wählte die Hotline, es war ein Callcenter. Wenig später bekam ich einen Rückruf. Zuerst von der Geschäftsführerin von Giro 24, Frau Gisela Markof, und dann noch einmal von einem Verkäufer namens Josef Stangl. Beiden erzählte ich die Sache mit der Insolvenz meiner Frau und fragte, ob Sie uns auf die Beine helfen würden. Sie sagten beide zu. Am 12. Dezember 2009 bekamen wir drei verschiedene Unterlagen: ein Formular für die Leasinganfrage, ein Fahrzeugdatenblatt für den Händler und ein Formular für die Selbstauskunft. Zwei Tage später, am 14. Dezember, kam der Leasingvertrag, den wir sofort unterschrieben zurückschickten. Wir überwiesen auch die vereinbarte Leasingsonderzahlung von 2.250 Euro an Giro 24 und sollten dann vier Jahre lang monatlich 250 Euro zahlen."

Statt Traumwagen eine weitere Zahlungsaufforderung

Die Vits rechneten nun damit, dass Giro 24 ihren Traum-Dienstwagen im Autohaus in Drewen kaufen würde. Aber statt dessen kam am 29. Dezember 2009 die Aufforderung von Giro 24: Bringen Sie Einkommensnachweise sowie eine Bankbürgschaft über knapp 9.000 Euro bei oder zahlen Sie das Geld umgehend als Sicherheitskaution auf unser Konto ein, hieß es da.

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