GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 10.06.2010

So pokerte die Deutsche Bank Kommunen in den Ruin


Jahrelang verkaufte die Deutsche Bank an notleidende Kommunen hochriskante "Spread-Ladder-Swaps". Das sei, wie das Oberlandesgericht Stuttgart kürzlich feststellte, eine Art Glücksspiel, bei dem man um die Differenz zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen von Finanzprodukten wettet. Allerdings musste sich das Gericht von einem Finanzmathematiker erst einmal die komplizierte Zinswette erklären lassen, zwei Stunden lang.

Die Kommunen, denen das Wasser bis zum Hals stand, vertrauten bei dem Angebot der Deutschen Bank wohl nur auf die möglichen Gewinnversprechen und kapierten bei den sehr komplizierten Rechen-Konstrukten offenbar gar nicht, dass sie mit ihrem laienhaften Finanzwissen gegen die Bankcomputer spielen sollten. Bank und Kunde waren bei diesem Glücksspiel Gegner. Die Gewinne der Deutschen Bank waren zwangsläufig die Verluste der Gemeinden. Und die Laien verloren naturgemäß haushoch und rutschten anschließend in eine noch tiefere Schuldenkrise.

Deutsche Bank "kein Finanzberater"?

Nun wollen die Kommunen die Deutsche Bank wegen Falschberatung belangen. Doch die Bank hat eine schöne Ausrede. Wie das Fernsehmagazin PlusMinus herausfand, stehe in einer Präsentation der Bank, man sei kein Finanzberater. Wer das Geschäft nicht verstehe, solle selbst Auskünfte einholen. In der Präsentation heiße es weiter: Die Deutsche Bank verstehe sich als Handelspartner, nicht als Berater. Offenbar wollte die Deutsche Bank also ihren Kunden das eigene Produkt nicht erklären.

Beispiel Pforzheim. Die Stadt Pforzheim prüft jetzt ebenfalls eine Klage gegen die Deutsche Bank, nachdem ein mittelständischer Unternehmer im März 2010 vor dem Oberlandesgericht Stuttgart einen Sieg in Millionenhöhe errungen hat.

Die Geschichte von Pforzheim und der Deutschen Bank beginnt im Jahr 2004: Pforzheim ist pleite, hat 250 Millionen Euro Schulden. Hohe Zinsen ? Jahr für Jahr. Die höchste Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg, Kinderarmut und wenig Chancen für die Jugend. Die Deutsche Bank will helfen und verkauft ein Zinsderivat. Eine Wette mit dramatischen Folgen: Die Schulden wachsen um 20 Millionen.

Eine Pforzheimerin sagte jetzt vor laufender Kamera: ?Ich hab gar nicht gewusst, dass so was üblich ist oder dass so etwas überhaupt gemacht werden darf.? Und weiter: "Natürlich bin ich da auch sauer, dass die Bank das angeboten hat", sagt die Pforzheimerin. "Ich finde es unredlich."

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