GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 24.06.2010

K1-Direktor F.: 300 Millionen versenkt, aber Haftverschonung

Während sein Boss, der Hedgefondsmanager Helmut K. (50) aus Aschaffenburg in Bayern, nun schon seit beinahe acht Monaten in Deutschland in Untersuchungshaft sitzt (das Amtsgericht Würzburg erließ Haftbefehl, weil Kiener mit seinen K1 Fonds in 9 Jahren 10.000 Anleger um rund eine halbe Milliarde Euro geprellt haben soll), sonnt sich sein Frühstücksdirektor Dieter F. (72) schon wieder in seiner 4-Millionen-Euro-Villa mit großem Fuhrpark in Calvia auf Mallorca.

Am 13. April 2010 hatte die spanische Bundespolizei den 1,90-Meter-Hünen, der gerne Schlapphüte trägt, in seiner Stadtwohnung in der Carrer Margarita Retuerto in Palma in der Nähe des Strandes Calla Major überwältigt. Doch der Ex-Kneipenwirt vom Münchner Spatenhaus, welches er mal mit dem Präsidenten vom Fußballklub FC 1860 München, Karl Heckl, führte, bis der ihn vor die Tür setzte, schwächelte. Das Herz.

Die spanische Ambulanz diagnostizierte bei Dieter F. gleich zwei Angst-Anfälle hintereinander. Frerichs drohen in Deutschland 15 Jahre Haft. Der Verhaftete erwähnte deshalb auch gleich noch einen früheren Herzinfarkt. Der spanische Haftrichter zeigte Mitleid, versagte nicht nur die Auslieferung nach Deutschland, sondern ließ den Deutschen schon nach 22 Tagen spanischer U-Haft am 4. Mai 2010 gegen Auflagen wieder frei. Laut internationalem Haftbefehl soll Dieter von 2006 bis 2009 K1-Anleger aus Deutschland, Großbritannien, den USA und ostasiatischen Ländern um 300 Millionen Euro betrogen haben.

Darunter auch Banken wie Großbritanniens drittgrößte Bank Barclays, die US-Investmentbank JP Morgan, die französische BNP Paribas und die österreichische Hype Alpe Adria Bank aus Klagenfurt. Die Banken haben an K. bis zum Vierfachen des angeblichen Fondskapitals Kredite ausgereicht. Barclays legte sogar für K. einen Fonds auf, das X1-Zertifikat Global Index, in das Anleger 200 Millionen Euro eingezahlt haben sollen. Die Banken sehen sich heute alle in der Rolle des Opfers, da Kiener und Frerichs ihnen über Firmengeflechte in Großbritannien und den USA mehr Kundengelder vorgegaukelt hätten, als sie tatsächlich gehabt hatten.

Von seinem angemieteten 2-Zimmer-Büro in bester Lage in Palmas Altstadt gegenüber dem Rathaus soll F. die Geldflüsse auf das weitverzweigte Konten- und Firmennetz seines Bosses umgeleitet haben, der in Florida ein geheimes Doppelleben mit 23-Millionen-Dollar-Villa (1.300 Quadratmeter Wohnfläche) in Palm Beach in Florida, 12sitzigem Privatjet mit 10.000 Kilometern Reichweite und Helikopter für Kurzstrecken geführt habe, während er zuhause in Aschaffenburg mit seiner Frau (Hauswirtschaftslehrerin) und seinen zwei Kindern ein relativ bescheidenes Leben zur Schau stellte und bestenfalls mal ein paar Kissen für die kalten Kirchenbänke oder mal einen halben Kirchturm spendete.

Nur wenige wussten am Tag seiner Verhaftung in seinem Haus in Godelsberg, dem Prominentenviertel von Aschaffenburg, dass K. in den Niederlanden als Attache von Guinea-Bissau akkreditiert war und deshalb einen Diplomatenpass besaß (der deutsche Botschafter von Guinea-Bissau, Henrique da Silva, beschwerte sich allerdings erfolglos über die Verhaftung bei der Langerichtspräsidentin in Würzburg) und dass K. in den nächsten Tagen Mitte November 2009 eigentlich zu einem Promi-Golfturnier mit Franz Beckenbauer, Oliver Kahn und Guido Westerwelle verabredet war.

Sein Direktor F. nun wieder lebte in einer ganz anderen Welt. Briefe und E-Mails begann Frerichs immer mit "Tortola, den ...". Alle dachten, er agiere von den britischen Jungferninseln in der Karibik aus, wo die K1-Fonds angemeldet sein sollten. In Wirklichkeit blickte F. aufs Mittelmeer und habe für den Bürodienst 10.000 Euro im Monat Festgehalt plus Prämien von bis zu 1 Million Euro kassiert. Aber wo ist das ganz dicke Geld geblieben?



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