GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 02.07.2010

The Wall AG feuert Vertrieb


Teure Dienstreisen, Gemälde fürs Büro und Edelfüllfederhalter beim Vertrieb, aber ölverschmierte Hände beim Chef. Hinter den Kulissen der Weltneuheit "Universales Welthaus" aus harzgetränkten Papierwaben (36 qm Fertighaus für 4.000 Euro) von der "The Wall AG" aus Schaffhausen in der Schweiz ist ein hässlicher Grabenkrieg zwischen dem Erfinder und dem Vertrieb ausgebrochen. Wegen Verschwendungssucht feuerte der Chef Gerd Niemöller aus Kiel seinen Vertrieb in Ratingen in Nordrhein-Westfalen, der sich wiederum mit offenem Brief, Anwälten und Strafanzeige bei der Kripo gegen den Rauswurf wehrt und dem Chef im Gegenzug Faulheit wegen eines überfälligen Wabenpress-Automaten vorwirft.

Es geht darum, wer künftig "an den 4 Millionen Bestellungen" verdient, "die jetzt schon in der Pipeline stehen", sagte der Erfinder und Mehrheitsaktionär (64 Prozent) Gerhard Niemöller, genannt "Waben-Gerd", dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net. Um keine Verwechselung aufkommen zu lassen: Die nicht börsennotierte The Wall AG hat nichts mit dem Bundesverdienstkreuzträger Hans Wall von der Wall AG aus der Friedrichstraße in Berlin-Mitte zu tun, die weltweit Stadttoiletten mit klassischer Musik aufstellt.

Der Vertrieb von The Wall AG hat am 19. August 2008 in einem 717 Quadratmeter Mietbüro im Gewerbepark Business In-West in Ratingen seine Arbeit aufgenommen. Denn der aus Lübeck stammende Maschinenbauingenieur Gerd Niemöller hatte zwar nach einjähriger Forschung mit seiner Technik-Pool-Holding (TPH) Swiss GmbH in Schaffhausen die schwimmende, wärme- und kälteisolierende, nicht brennbare und superleichte Harz-Papier-Wabe (SwissCell Paneele) erfunden, aber nun wollte der Forscher auch gleich als Produkt das ganze Wabenhaus anbieten und obendrein einen Automaten, der das Billig-Fertighaus vor Ort für eine ganze Siedlung vollautomatisch baut.

Dazu brauchte Niemöller Geld. Er gründete an der selben Stelle wie die TPH Swiss GmbH in Schaffhausen am 12. Juni 2008 die The Wall AG. Doch der Verkaufsprospekt fiel bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn durch, weil die The Wall AG nicht fristgerecht einen Geschäftsbericht für das Jahr 2008 vorlegen konnte. So durfte und darf Niemöller seine Aktien nur ab einer Mindesteinlagesumme von 50.000 Euro in Deutschland anbieten, weil ab dieser Summe keine BaFin-Genehmigung vorliegen muss.

Der Vertrieb in Ratingen hatte somit einen schweren Start. Die Kleinanleger vielen aus. Die Mitarbeiter um Vetriebschef Claus-Dieter Rethmeier aus Mönchengladbach und Niederlassungsleiter Christian Möller mussten sich in so genannten "Cold Calls" (unangekündigte Werbeanrufe, inzwischen per Strafe von 50.000 Euro verboten) die Finger wund telefonieren. Aber sie haben es geschafft. Nach eigenen Angaben habe der Vertrieb 450 Aktionäre ins Boot geholt und 6 Millionen Euro, aufgeteilt in monatlichen Zahlungen, seit 2008 nach Kiel-Altenholz in Schleswig-Holstein überwiesen, damit Niemöller in dem dort angemieteten Gewerberäumen der eigens gegründeten TPH Maschinenentwicklung- und -bau GmbH am Nord-Ostsee-Kanal einen Press- und Schneideautomaten für die Fertig-Wabenhäuser entwickeln und bauen konnte.

Inzwischen sei der erste Vollautomat fertig, ein zweiter stehe kurz vor Vollendung, sagte Niemöller gegenüber GoMoPa.net. Beide würden demnächst für jeweils 1,5 Millionen Euro an Kunden ausgeliefert. Und was macht Niemöller auf der Siegergeraden mit seinen alten Geldbeschaffern?

Er wirft den Vertrieb raus, schließt die Niederlassung Ratingen, stoppt jeglichen Aktienverkauf und kauft selbst wie verrückt, nämlich 1 Million, Aktien seiner The Wall AG zurück, damit er die absolute Mehrheit von 75 Prozent erreicht und damit mehrheitsbeschlussfähig wird. Der Ingenieur ging dabei allerdings so polterig vor, dass der Vertrieb einen offenen Brief schrieb, alle Aktionäre vor dem scheinbar irre gewordenen "Waben-Gerd" warnt und sogar von einer feindlichen Übernahme spricht und auch noch die Kripo Ratingen wegen Einbruchs und Industriespionage eingeschaltet hat.



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