GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 26.11.2010

GFE-Blockheizkraftwerke: Geheimniskrämerei um die garantierte Pacht


Mit einer großen Show aus Feuerspucker, Wasserakrobatin und luftiger Trapeznummer feierte die Gesellschaft zur Förderung erneuerbarer Energien mbH (GFE) aus Nürnberg am 15. September 2010 mit 400 geladenen Gala-Gästen ihre diesjährige Innovation, für die sie am Standort Nürnberg 60 Arbeitsplätze schuf.

Viele Tüftler hatten sich schon vergeblich daran versucht, die GFE will es geschafft haben und verkauft seit Anfang 2010 eine absolute Neuheit: das angeblich erste technisch ausgereifte Bürger-Blockheizkraftwerk für Jedermann.

Convent Dahinter verbirgt sich ein Container (Foto © GFE Nürnberg), den man an jeden x-beliebigen Ort hinstellen kann und der mit einem Rapsöl-Dieselmotor und einem Drehstromgenerator Strom erzeugt, der dann verkauft wird. Aber darum braucht man sich schon gar nicht mehr zu kümmern. Man kauft das kleine Container-Kraftwerk nur und vermietet es dann an die GFE zurück. Die betreibt, wartet, pflegt die Anlage und erneuert sogar den Motor, wenn er mal stottert.

Auch das Einkaufen, Lagern und Befüllen der Container mit Rapsöl ist Sache der GFE. Der Käufer habe nach dem Bezahlen des Kaufpreises zwischen 35.700 und 119.000 Euro keine weiteren Kosten mehr und könne bis zu 20 Jahre lang eine Monatspacht zwischen 750 und 2.500 Euro kassieren. Aus dem eingesetzten Kapital von 119.000 Euro werden in 20 Jahren 600.000 Euro Einnahmen. Die GFE gibt dafür eine Garantie, die sich auf die staatlich garantierte Abnahme des aus Rapsöl erzeugten Stroms bezieht.

Was den Käufern nicht erzählt wird, ist die Tatsache, dass es für eine kostendeckende Produktion keine staatliche Garantie gibt. Wenn die GFE den Raps zu teuer einkaufen muss, wenn die Motoren und Generatoren gar nicht so viel Strom erzeugen, wie vorausgesagt, und wenn der Stromverkauf für die GFE wegen zu hoher Kosten ins Minus läuft und die GFE deshalb pleite geht, sind die Pachtverträge nichts mehr wert und die Besitzer bleiben auf ihren teuer bezahlten Containern sitzen und müssen sogar noch für die Entsorgung oder Weiterzahlung der Standmiete von 1.000 Euro im Monat an die Landbesitzer sorgen, bei denen die Container zur Miete aufgestellt sind.

Oder genauso schlimm: In Verkaufsfolien verbreitet die GFE, dass der Käufer von betrielichen Risiken durch den Pächter GFE entbunden wird. In den Verträgen vom Januar und Februar 2010 hat der Anlagenbetreiber jedoch eine finanzielle Ausgleichspflicht, wenn das Betriebsergebnis negativ ausfallen sollte. Im Verlustfall muss der Besitzer der Container also Geld zum Ausgleich der Verluste nachschießen. Die Käufer werden von der GFE damit beruhigt, dass bei roten Zahlen der Pachtvertrag ruhen würde und der Pächter in dieser Zeit keine Verwaltungsgebühren berechnen würde. Aber die so umgangene Nachschuss-Pflicht-Klausel ist nirgendwo schriftlich festgehalten und damit rechtlich nicht einklagbar und somit wertlos.

3.000 Container verkauft, nur 30 Stück in Betrieb

Dennoch wurden in diesem Jahr laut Firmenangaben bereits 3.000 Container-Blockheizwerke an den Mann gebracht und bereits im Voraus bezahlt. Das entspricht einer Einlage von bis zu 357 Millionen Euro auf den Konten der GFE. Bis Ende Oktober 2010 wurden jedoch nur 30 Container in Betrieb genommen. Für die restlichen Container sucht die GFE noch Landbesitzer, die einen Stellplatz zu vermieten haben. Der Mietzins betrage monatlich 1.000 Euro netto. Voraussetzung sei eine Fläche von 60 bis 70 Quadratmetern und eine befestigte LKW-Zufahrt (bis 40 Tonnen).

Aber bislang scheiterten viele Stellplatz-Anmietungen daran, dass die Landbesitzer bis zu 5.000 Euro an Vorkosten an die GFE zahlen sollen, die sie dann angeblich wieder zurückbekämen, wenn das Blockheizkraftwerk erst mal laufen würde.

Fraglich ist, woraus die GFE die garantierte Pacht an die Container-Käufer bezahlen will, wenn nur 30 von 3.000 Container wirklich laufen. Besorgte Anleger, denen die lange Dauer bis zur Inbetriebnahme ihres Containers ins Auge fällt, fragen sich bereits besorgt, ob hier möglicherweise ein Schneeballsystem installiert wurde. Das wäre dann der Fall, wenn die Pachtzahlungen von den Einzahlungen der neuen Käufer bezahlt würden.

Die Vermutung wird natürlich noch genährt, weil die GFE ankündigte, dass der Verkaufspreis für die Container am 1. Dezember 2010 schon zum zweiten Mal erhöht werden soll.

Für Unmut sorgt außerdem unter Anlegern und Vertrieben, dass bei der ersten Preiserhöhung am 16. August 2010 die Berechnung für die Laufzeit der Motoren einfach um 1.000 Stunden erhöht worden war, was natürlich auf dem Papier zu einem höheren Stromausstoß und damit zu mehr Geldertrag führen würde. Gleichzeitig blieben aber in der Berechnung die Wartungsarbeiten gleich hoch, obwohl die Motoren statt 7.000 Betriebsstunden nun 8.000 Stunden laufen sollen.

Hinzu kommen angekündigte TÜV- und DEKRA-Prüfungen, ohne dass die Anleger über die Ergebnisse informiert werden. Was es mit den angekündigten Prüfungen bezüglich der Energieeffizienz und damit der Sicherheit dafür, dass die GFE überhaupt die versprochene Pacht aufbringen kann, auf sich hat, wer die teilweise recht schillernden Macher der GFE sind und warum bereits gegen einen von ihnen Anklage wegen Betrugsverdachts erhoben wurde, lesen Sie im kostenpflichtigen Teil von GoMoPa.net. Es lohnt sich!



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