GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 01.12.2010

Der kleine Mann zahlt mit seiner Lebensversicherung die EU-Entschuldung


Der kleine Mann soll für die EU-Entschuldung bluten. Es trifft alle Anleger, die eine Lebens- und private Rentenversicherung abgeschlossen haben.

Die erhoffte Rendite nach 20 oder 30 Jahren mühevollen Sparens wird sehr viel magerer ausfallen, als bei Vertragsabschluss prognostiziert. Und zwar deshalb, weil Europa wohl keinen anderen Ausweg mehr sieht, als die private Versicherungsgesellschaften zum Kauf von Staatsanleihen der hochverschuldeten EU-Länder zu zwangsrekrutieren. Die Versicherer sind die einzigen, die mit größeren Summen flüssig sind und sich die Staatsanleihen in größeren Mengen leisten könnten. Die Besitzer der Staatsanleihen sollen nämlich künftig einen finanziellen Beitrag zur Entschuldung der EU-Länder leisten. Dazu müssen sie natürlich an den Mann gebracht werden.

Nun tappen die Anlagestrategen der Versicherungsbranche nicht freiwillig in diese Falle. Sie werden gezwungen. Die EU-Finanzminister schaffen gerade drei Instrumente, mit denen sie die Versicherungsbranche in die Zange nehmen wollen.

Instrument Nummer 1: Schuldenrestrukturierungsmechanismus (SDRM) ab Juni 2013

Das erste Instrument wurde letzten Sonntag (28. Novmeber 2010) beschlossen. Bei den Verhandlungen Irlands mit Vertretern der Europäischen Union (EU), der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWU), der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurden die Eckpunkte für einen ständigen Schuldenrestrukturierungsmechanismus (SDRM) für die Eurozone ab Juni 2013 festgezurrt. Anleihegläubiger werden von 2013 an an entsprechenden Kosten beteiligt. Dazu sollen EWU-Staatsanleihen einheitlich mit so genannten Collective Action Clauses (CAC) versehen werden. Diese Klauseln erleichtern im Falle von Schuldenrestrukturierungsverhandlungen eine Einigung.

Instrument Nummer 2: EU-Bonds schnellstmöglich

Doch eine einheitliche Behandlung von Anleihenbesitzer in der EU ist nicht so einfach. Die Spreads (unterschiedliche Bewertungen) der Staatsanleihen von Irland, Portugal, Irland und Griechenland sowie die Staatsanleihen der anderen EU-Länder driften so stark auseinander, dass der Ruf nach einer einheitlichen EU-Anleihe immer eindringlicher wird. Im Poker um einen Krisenmechanismus in der Eurozone erwägt nun die Bundesregierung, künftig unter bestimmten Bedingungen auch gemeinsame Anleihen aller Euro-Länder zu ermöglichen. Einen EU-Bonds also, der möglichweise sogar als Floater, also mit variablen Zinssätzen, kommen soll, bei dem Deutschland automatisch wohl den größten Teil ausmachen wird. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins FOCUS erwartet Deutschland dafür im Gegenzug strengere Auflagen für Defizitsünder in der EU und ein verbindliches Restrukturierungsverfahren für Staaten, denen die Zahlungsunfähigkeit droht. Letzteres ist ja letztes Wochendende geschehen.

Bislang hatte sich Deutschland stets massiv gegen so genannte Eurobonds gesträubt. Denn die Bundesregierung befürchtet ein schlechteres Rating am Kapitalmarkt, wenn sie den Kreditbedarf Deutschlands nicht mehr alleine, sondern über gemeinsame Anleihen mit weniger soliden Eurostaaten stillen müsste. Dann drohen Deutschland deutlich höhere Zinsen. Der deutsche Steuerzahler wird im Ernstfall also, falls es zu einem Staatsbankrott bei den PIGS (Portugal, Irland, Griechenland, Spanien) kommen sollte, ohnehin in absoluten Zahlen am meisten zur Kasse gebeten. Übrigens ist auch Frankreich sehr gefährdet und könnte im Rating weiter heruntergestuft werden.

Mit den Eurobonds würde Deutschland auch für die Schulden anderer Euro-Länder mithaften. "Das tun wir aber bei einer Ausweitung oder Verlängerung des Euro-Rettungsschirms auch", zitierte FOCUS einen mit dem Verhandlungsstand vertrauten Regierungsvertreter.

Doch mit welchem Instrument werden die Versicherer nun gezwungen, massenweise EU-Anleihen oder den EU-Bonds zu kaufen und wer der zweite große Verlierer in dem EU-Entschuldungspoker ist, erfahren Leser im behahlpflichtigen Bereich von GoMoPa.net.



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