GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 01.12.2010

GFE Nürnberg: Führungsriege sitzt, Vertrieb blufft weiter


Convent Die gesamte siebenköpfige Führungsriege der Gesellschaft zur Förderung erneuerbarer Energien (GFE) aus Nürnberg sitzt seit gestern (30. November 2010) nach einer Razzia in Untersuchungshaft, sechs von ihnen in Bayern. Einer wurde in einem Luxushotel im österreichischen Ski-Paradies Saalbach geschnappt. Doch der Vertrieb veräppelt die Anleger und Interessenten auf der Firmeninternetseite mit angeblichen, in der Schublade schmorenden Gutachten, die es aber nach Recherchen des Finanznachrichtendienstes GoMoPa.net gar nicht gibt.

Zu dem in Österreich geschnappten Chef sagte der Nürnberger Oberstaatsanwalt Wolfgang Träg gegenüber GoMoPa.net: "Wir betreiben die Auslieferung nach Deutschland."

Zu den Haftgründen sagte Träg zu GoMoPa.net: "Gegen alle werde wegen des Verdachts auf bandenmäßigen und gewerbsmäßigen Betruges ermittelt. Ihre Rapsöl-Blockheizkraftwerke waren nach unseren Erkenntnissen potemkische Dörfer. Mit Stand vom 26. Oktober 2010 wurden nur zwei Blockheizkraftwerke real hergestellt, um einen Geschäftsbetrieb vorzuspiegeln. Mindestens 1.000 Anleger haben Anlagen gekauft, die weder unter technischen noch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten funktionieren konnten. Der Schaden liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Unseren Erkenntnissen zufolge war dieses Geschäft auf Lug und Trug aufgebaut."

In den vergangenen Monaten hätten sich zahlreiche Anleger an die Polizei gewandt, denen die versprochenen extrem hohen Renditen komisch vorkamen.

Bei der Durchsuchung von 28 Wohn- und Geschäftsandressen in Bayern und Baden-Württemberg stellten mehr als 150 Beamte der Kriminalpolizei lastwagenweise Akten und Computer sicher. Die Auswertung dieser Beweismittel wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Insgesamt wird gegen 17 Beschuldigte ermittelt.

Dennoch gab der in Freiheit verbliebene Vertrieb der GFE Group vor, es sei mit den GFE Blockheizkraftwerken, die inzwischen nach eigenen Angaben an 3.000 Anleger für einen Preis zwischen 35.700 und 119.000 Euro verkauft worden sein sollen, alles in Ordnung.

Der Bluff mit dem DEKRA-Gutachten

Das Unternehmen weist alle Vorwürfe zurück. Es habe keine Vorspiegelung eines Geschäftsbetriebes gegeben, schreibt das Unternehmen auf seiner Internetseite. Die Produktion laufe weiter. Und die Effizienz sei von zwei unabhängigen Gutachten bewiesen, eine endgültige Prüfung sei für den Dezember 2010 fixiert. Wörtlich heißt es in der GFE-Stellungnahme:

Zitat:


Die angeblich unmöglichen Effizienzwerte unserer Motoren sind durch zwei unabhängige Stellen in üblichen Vorabtests bestätigt worden - die jeweiligen Berichte liegen vor. Der Termin für ein endgültiges Gutachten in einem Prüfstand außer Haus war bereits fix für diesen Dezember terminiert und kann nach dem Willen der GFE Group nach wie vor durchgeführt werden.


Die Wahrheit sieht anders aus:



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