GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 16.03.2011

Breaking News - Beluga Chartering stellt Insolvenzantrag


Beluga Chartering hat heute vor dem Amtsgericht in Bremen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, das bestätigte der Pressesprecher der Bremer Reederei Klaus-Karl Becker soeben dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Wörtlich führte der Beluga-Sprecher aus:

Zitat:


Die Unternehmensleitung der Beluga Chartering GmbH ("Chartering") gibt heute bekannt, dass ihr empfohlen wurde, Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Das ist heute Morgen beim Amtsgericht Bremen geschehen.

Der ausschließlich auf Beluga Chartering bezogene Insolvenzantrag ist eine Folge der Aufdeckung von erheblichen Unregelmäßigkeiten im Hinblick auf Umsatz und Liquidität, über die schon zuvor die entsprechenden Behörden in Kenntnis gesetzt worden waren.

Die Muttergesellschaft der Beluga Chartering GmbH, die Beluga Group ("Beluga"), und andere wesentliche Tochtergesellschaften betrifft das Insolvenzverfahren nicht. Beluga bestätigt ausdrücklich, dass die wichtigsten Stakeholder weiterhin konstruktive Gespräche führen, um eine gemeinsame Lösung für Beluga zu erzielen.


Privatkonten von Niels Stolberg gesperrt?

Der Hedgefonds Oaktree Capital aus Los Angeles, der 49,5 Prozent an Beluga Shipping hält, habe laut Weserkurier zwischenzeitlich mit einem Vermögens-Sicherungsantrag das Privatvermögen des beurlaubten Beluga-Gründers und Mehrheitseigners Niels Stolberg (50) aus Bad Zwischenahn in Niedersachsen gesperrt. Oaktree wolle damit Stolberg zur Zahlung offener Rechnungen bewegen.

Stolberg drohe nun sogar die Verpfändung seines Privatbesitzes auf Spiekeroog. Dort wurde sein Ferienhaus vergangene Woche von Kriminalbeamten durchsucht. Ein Pfändungsantrag soll von Investor Oaktree gestellt worden sein, meldet "which way to pay" aus München.

Nach Informationen des örtlichen Dehoga-Verbandes haben derweil erste Mitarbeiter aus Stolbergs Hotel- und Gastronomiebetrieben auf Spiekeroog aufgrund der unsicheren Lage gekündigt, fand die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg heraus. Stolberg gilt auf der Insel als größter Steuerzahler, dessen Ferienanlagen böten 300 Betten ? und damit zehn Prozent der gesamten Bettenkapazität der Insel.

Stolberg sagte heute zu den Betrugsvorwürfen vor der Bremer Staatsanwaltschaft aus, wollte aber momentan öffentlich über die Inhalte keine weiteren Angaben machen.

Die Beluga Chartering GmbH stemmte bislang das Kerngeschäft der Beluga Group ? die Befrachtung der eigenen Flotte mit Projekt- und Schwergutladung. Das Operating der Schiffsreisen wurde hier abgedeckt. Die Befrachter sorgten für für die Beschäftigung der Schiffe.

In jüngster Zeit hat das Beluga Chartering mit einigen Verladungsprojekten positives Aufsehen erregt, zum Beispiel mit den Transport von sechs 400-Tonnen-Modulen von Thailand nach Iran auf dem MS "Beluga Bremen" oder mit der erfolgreichen Verschiffung zweier Autofähren von Hamburg nach Mombasa auf dem MS "Beluga Singapore".

Mit einem Umsatz von 415 Millionen Euro (2009) ist Beluga Shipping laut "Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik" Weltmarktführer im Project- & Heavy Lift Bereich. Für die Unternehmensgruppe arbeiten derzeit 555 Mitarbeiter an Land (450 in Bremen und 105 an den internationalen Standorten) und 1500 an Bord der 72 eigenen Schiffe.

Die Beluga Shipping GmbH fungiert als Dach der geschäftlichen Aktivitäten der Beluga Group. Hier werden in der Geschäftsführung die strategische Planung für die kommenden Jahre und unterschiedliche Finanzierungsmodelle entwickelt.

Darüber hinaus wird innerhalb der Beluga Shipping GmbH ein Großteil an Dienstleistungen auch für die beiden Tochtergesellschaften Beluga Chartering GmbH und Beluga Fleet Management GmbH & Co. KG und die internationalen Niederlassungen geleistet, zum Beispiel im Bereich Human Resources, im Marketing, aber auch in der Buchhaltung.

Das Beluga Fleet Management ist für die Besatzung an Bord, den Nachwuchs im Rahmen der SEA ACADEMY, die technische Betreuung und die Neubauten zuständig.

Belugas Kapital ist eine eigene moderne Flotte

Die 72 Spezialschiffe (bis Jahresende 2012 sind 75 Schiffe geplant) sind ausgerüstet mit Ladegeschirr, welches auf den leistungsstärksten Schiffen bis zu 1.400 Tonnen kombinierter Hebelast bewältigen kann.

Darüber hinaus verfügen sie über verstellbare Zwischendecks und bieten mit bis zu 18 Knoten hohe Reisegeschwindigkeiten. Aufgrund ihrer Bauweise sind sie in der Lage, auch Fahrtgebiete zu bereisen, die abseits der großen globalen Güterströme liegen. Die Beluga-Flotte mit einem Durchschnittsalter von drei Jahren gehört zu den modernsten ihrer Art. Die Schiffe zeichnen sich durch große Tragfähigkeiten bei gleichzeitig niedrigem Treibstoffverbrauch (Large cargo carrying capacity, Low fuel consumption).

Beluga verlor aber 40 Charter-Schiffe

Von den 55 Schiffen, die von fünf Hamburger und Bremer Schiffsfonds-Emittenten an Beluga verchartert waren, haben seit dem 13. Februar 2011 bereits 40 Schiffsgesellschaften sämtliche Charterverträge fristlos gekündigt. Der Beluga-Großanteilseigner Oaktree Capital soll die Charterpartner zuvor aufgefordert haben, die Charterraten von durchschnittlich 7.000 Euro pro Tag um 1.000 Euro auf durchschnittlich 6.000 Euro zu senken, um eine Insolvenz bei Beluga zu vermeiden.

Die Leidtragenden wären die rund 15.000 Anleger gewesen, die in die 55 Schiffsfondsgesellschaften 340 Millionen Euro investiert haben. Dem schoben die meisten Schiffsfondsgesellschaften nun einen Riegel vor und haben die Schiffe an andere Reeder verchartert.

Neu ist die Schieflage bei der Chartergesellschaft von Beluga nicht:



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