GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 12.04.2011

Die Titelhändler


Mit kirchlichen Doktorwürden verarztete Dr. Paul Jensen im Jahre 1983 seine ersten titelhungrigen Kunden.

Im Jahre 2005 soll er am Strand auf Sylt gesichtet worden sein, wie er für 25.000 Euro einen hohen Titel aus der Staatskirche aus den USA vermitteln wollte. Heute empfängt Dr. Paul Jensen, der seine Abschlussarbeit an der Uni Kiel über "Religiöse Vorstellungskraft von Adolf Hitler" geschrieben haben will, etwa 368 Doktor-Kandidaten im Jahr in seinem Internationalen Akademischen Austauschdienst Hamburg (IAAD) im feinen Hamburger Stadtteil Harvestehude. Er bezeichnet sich selbst als Promotionsberater, auf keinen Fall sei er ein Titelhändler. Nur 100 von den 368 Doktoranden würden pro Jahr die Promotion auch wirklich erlangen, verriet er dem Tagesspiegel.

Wer allerdings 10.000 Euro Honorar in bar mitbringt und weitere 20.000 Euro Studiengebühren bezahlt, sei seinem Doktortitel schon sehr nahe. Alles sei im Bereich des Legalen. Dr. Jensen verspricht auf seiner Firmenseite:

Zitat:


Wir empfehlen unserer Klientel überwiegend die Promotion an staatlich anerkannten Universitäten in Mittel - Ost - Europa, weil dort auch Kandidaten zugelassen werden, die in Deutschland nicht oder nur mit Auflagen zugelassen werden würden.

Auch FH-ler (Abgänger einer Fachhochschule - Anmerkung der Redaktion) haben die Chance, aufgrund des Studiums ohne weitere Auflagen zugelassen zu werden. Diejenigen, die eine Akademie besucht haben, können durch zusätzliche, mündliche Prüfungsleistungen die Zulassung zur Promotion erlangen.

Auch für die 70 Prozent aller deutschen Juristen, die ihr Staatsexamen mit der Note "ausreichend" bestehen und damit nicht promovieren können, ist eine staatlich anerkannte Universität in Mittel-Ost-Europa eine effiziente Alternative.


60 Prozent von Dr. Jensens Klienten seien Ökonomen, 25 Prozent Juristen, dann kämen die Ingenieure, verriet Jensen dem Tagesspiegel. Neben den Abgeordneten aus der Politik, deren Namen Jensen nicht nennt, gehörten beispielsweise eine C4-Professorin aus der ökonomischen Fakultät der Uni Heidelberg, ein C3-Professor der Uni Bremen und mehrere Fachhochschul-Professoren zu seinen Kunden.

Convent Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net bat den Berliner Fachanwalt für Banken- und Kapitalanlagenrecht Dr. Thomas Schulte (Foto © Dr. Schulte) von der Kanzlei Dr. Schulte & Partner Rechtsanwälte um eine Einschätzung der Doktortitel für 30.000 Euro aus Osteuropa.

GoMoPa.net: Herr Dr. Schulte, zu Ihnen in die Praxis kommen viele prominente Doktorträger aus Politik und Wirtschaft, die sich plötzlich einem Ermittlungsverfahren wegen möglichen Titelmissbrauchs ausgesetzt sehen. Was taugen die von Dr. Jensen gemakelten Titel?

Dr. Schulte:

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