GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 26.08.2011

BAC: Darum musste Finanzvorstand Oliver Schulz gehen


Convent Privatdetektive bewachen die Villa des Managers Oliver Schulz (41) in der Beuckestraße 4 in Berlin Zehlendorf (Foto © google streetview). Von hier leitet Schulz seine beiden Firmen, die deutsche Sworn Capital GmbH und die amerikanische Sworn Wireless LLC in Atlanta (USA). Aber wovor fürchtet sich ein Mann, der doch nur Geld von Anlegern für Mobilfunkmasten in Nordamerika einsammelt?

Schulz selbst wollte sich dazu nicht äußern. Doch der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net fand eine mögliche Antwort in seinem plötzlichen und unrühmlichen Abgang Ende vorigen Jahres bei seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem deutsch-amerikanischen Emissionshaus Berlin Atlantic Capital mit Sitzen in Berlin Tiergarten und ebenfalls in Atlanta (USA).

Die Erklärung zur Entlassung ihres Managers Schulz fiel, gemessen an einer zweijährigen Zusammenarbeit an der Spitze des Unternehmens, mehr als knapp aus. Am 8. Dezember 2010 veröffentlichte die BAC: "Oliver Schulz, Mit-Geschäftsführer der BAC Berlin Atlantic Capital GmbH und Managing Partner der Berlin Atlantic Holding, ist mit sofortiger Wirkung nicht mehr für die Berlin Atlantic Gruppe tätig."

Bei der BAC gefeuert:<br /> Oliver Schulz aus Berlin<br /> Zehlendorf © Sworn
Bei der BAC gefeuert:
Oliver Schulz aus Berlin
Zehlendorf © Sworn
Das verwunderte sehr. Schließlich war Schulz noch im August 2008 mit fliegenden Fahnen aus dem Vorstandsvorsitz eines IDEAL-Unternehmens (Ahorn AG mit 1.200 Mitarbeitern) an die Spitze der BAC geholt worden. Für den Diplomvolkswirt wurde eigens die Position des Chief Financial Officer bei der BAC geschaffen. Schulz leitete daraufhin alle administrativen und kaufmännischen Bereiche des Unternehmens.

Zum Geschäft der 2004 gegründeten BAC gehört neben dem Handel mit gebrauchten US-Lebensversicherungen (Life Trust Fonds) auch das Entwickeln und Betreiben von Mobilfunkmasten in den USA. Dafür hat die BAC mehrere InfraTrust Fonds aufgelegt. Schulz genoss das Vertrauen der BAC-Gruppe und sollte sich insbesondere eigenverantwortlich um das Mobilfunkmastgeschäft kümmern. Im Jahre 2009 siedelte Schulz dafür sogar mit seiner Familie in die USA um.

Schulz wollte scheinbar mehr

Doch Schulz wollte scheinbar mehr. Er baute während seiner Amtszeit nebenher ein eigenes Mobilfunkmastgeschäft auf. Schließlich habe Schulz sogar die feindliche Übernahme der BAC-InfraTrust-Fonds durch seine neue Firma Sworn vorbereitet. Dafür soll er während seiner Amtszeit BAC-Gelder im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich in die Parallelfirma umgeleitet haben.

Außerdem soll Schulz mit Geldern der BAC die Schulausbildung seiner drei Kinder in den USA sowie ein Darlehen und die Sanierung seiner privaten Villa in Berlin-Zehlendorf bezahlt haben, die auf den Namen seiner Frau lief. Insgesamt habe Schulz so über 1,2 Millionen US-Dollar den BAC-Kassen entnommen. Alleine die Entnahmen für seine Villensanierung habe sich auf über 700.000 US-Dollar summiert, ohne dass er die BAC-Gesellschafter davon informierte, die Handwerker haben die Rechnung schließlich direkt an die BAC-Firma in den USA gestellt, die unter seiner Kontrolle stand.

Gegen Schulz laufen deshalb im Augenblick mehrere Schadensersatz-Klagen, wie die BAC kürzlich mitteilte.

Die BAC veröffentlichte dazu am 5. August 2011 folgendes Statement: "Die BAC Gruppe sowie die InfraTrust Fonds klagen derzeit gegen ihren fristlos entlassenen ehemaligen Geschäftsführer Oliver Schulz auf Schadensersatz wegen eines rechtswidrigen Übernahmeversuchs von Fondsgesellschaften und ? vermögen.  Dabei wurden zuvor geführte Verfahren alle zugunsten der BAC Gruppe sowie der Fondsgesellschaften entschieden und der feindliche Übernahmeversuch so verhindert."

Convent Auf dem Blog von Oliver Schulz (Foto © Schulz) liest sich dessen Engagement in Sachen Sworn heute rückblickend für das Jahr 2009, also während seiner Zeit als BAC-Manager, so: "2009 ging ich als Präsident und Vorstandsmitglied zu einem mittelständischen privaten US-Mobilfunkmastbetreiber und entwickelte das Unternehmen zu einem der 20 größten privaten Mastbetreiber der USA."

Kein Wort von den Fakten, die Wirtschaftsprüfer herausfanden, nachdem Schulz die BAC verlassen hatte.

Scheinverhandlungen verschleierten wahre Absichten von Schulz

Demnach schmiedete Oliver Schulz über Monate einen Plan, um das Mobilfunkgeschäft der BAC hinter dem Rücken seiner Geschäftspartner aus der BAC Holding herauszulösen. Im Sommer 2010 ließ er die Mitgesellschafter wissen, dass er das US-Mobilfunkgeschäft künftig in alleiniger Regie führen wolle. Wochenlang wurde verhandelt, wie eine Übertragung der Gesellschaft an Schulz im Rahmen eines Management Buy-Outs (MBO) von statten gehen könne. Währenddessen soll sich Schulz das US-Geschäft hinter dem Rücken seiner Geschäftspartner bereits überschrieben haben.

Als die Scheinverhandlungen schließlich, wie von ihm geplant, scheiterten, sei der Plan ohne die notwendige Zustimmung der Gesellschafter längst ausgeführt worden. Das obligatorische Einverständnis des Anlegervertreters habe sich Schulz unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erschlichen.

Vermögen sei der BAC Holding gezielt entzogen worden

Erst im Nachhinein wurde erkennbar, mit welcher Perfektion der mit allen Vollmachten ausgestattete Finanzchef seinen Coup über viele Monate hinweg systematisch vorbereitet und im Stillen umgesetzt haben soll. Teil des Plots sei es gewesen, Finanzströme planmäßig von der Holding in die Mobilfunktochter umzuleiten. Dabei seien die übrigen Gesellschafter regelmäßig mit falschen Zahlen und Fakten in die Irre geführt worden, längst fällige Rechnungen der Holding seien nicht beglichen worden, sogar Barvermögen der BAC sei in die neue Gesellschaft Sworn unter Kontrolle von Schulz verschoben worden. Forderungen gegen Dritte seien im Mobilfunkbereich der Sworn gelandet, Verbindlichkeiten dagegen seien bei der BAC Holding geblieben. Schulz rechtfertigte sich später damit, dass er nur den Vollzug des Management Buyout vorbereiten wollte.

Wegen dieser Parallelwelt, in die Schulz BAC-Gelder umgeleitet habe, mussten im Jahre 2010 zwei Infrastrukturfonds von BAC vorzeitig geschlossen werden. Weitere BAC-Fonds konnten über einen längeren Zeitraum keine Reinvestition vornehmen.

Schulz soll die BAC schließlich erpresst haben

Wie GoMoPa.net aus zuverlässiger Quelle erfuhr, soll Schulz das Berliner Management Anfang Dezember 2010 mit einem Erpressungsversuch überrascht haben. Er lautete: Entweder ihr verkauft mir die InfraTrust Fonds oder ich treibe die BAC in den Bankrott.

Das Berliner Management konterte, dass das ja wohl nicht ginge, da die BAC gar nicht bankrott sein kann, ein Blick in die Konten genüge. Aber Schulz hatte diesen Tag der Übernahme wohl gründlich vorbereitet. Schulz drohte mit einem fingierten Insolvenzantrag, der auf frei erfundenen Zahlen und Begründungen zur Liquiditätssituation der BAC Gruppe basierte, wie ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer auch bestätigte.

Zwei BAC-Manager unterstützten Schulz beim Aufbau eines Sworn-Scheinportfolios

Unterstützt wurde Schulz von zwei weiteren inzwischen entlassenen BAC-Managern: Marketingmann Wilm-Peter Post und Dan Ryan. Ryan war CEO der BAC Tochterfirma CIG und gründete mit Schulz die Sworn Gruppe und soll dann das Geschäft der BAC und der Fonds gestohlen haben. Dabei hätten die abtrünnigen Manager Geschäftskontakte, Adressen und Opportunitäten aus dem Pool der BAC und den InfraTrust Fonds genutzt.

Sworn scheinbar nur Fassade

Convent Über das neu gegründete Konkurrenzunternehmen Sworn, das nur über ein Scheinportfolio verfüge, hätten die drei versucht, deutsche Anleger zu täuschen.

Ein Blick hinter die Kulissen der Sworn Gruppe zeigt: Ein echtes Geschäft im Mobilfunkbereich existiert nicht, nur eine Website. Die Firmensitze in Berlin und Atlanta sind deckungsgleich mit den Privatadressen von Schulz und Ryan. Die Mobilfunktürme im Sworn-Portfolio sind nur geliehen und gehören einem ehemaligen Zulieferer der BAC. Dieses Leihportfolio ist noch dazu mit BAC-Geldern gesichert worden. Mit gezielten Falschaussagen hätten die drei weiter versucht, Vertriebs- und Geschäftspartner der BAC für die eigene Sache zu gewinnen.

Doch das war von außen nur schwer zu durchschauen. In mehreren zugänglichen Schreiben und Telefonaten gegenüber Vertriebspartnern warf Schulz der BAC ein Schneeballsystem vor.

Und wem sollten die Vertriebspartner mehr glauben als einem Finanzvorstand, der Zugang zu allen Konten hatte?

Die BAC ließ sich nicht erpressen und setzte sich wie folgt zur Wehr:

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