GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 25.10.2011

Policen-Aufkäufer DFI Holding AG: Betrug mit Bankhaftung


Die Haftung einer Bank war gefaked. Und als die Bonner Finanzmarktaufsicht BaFin der DFI Holding AG aus Darmstadt am 23. Mai 2011 das unerlaubte Einlagengeschäft mit Lebensversicherungen und Bausparverträgen (Geschäftsmodell: Tritt mir deinen Rückkaufswert ab, ich zahle dir innerhalb von fünf Jahren das Doppelte zurück) verbot und die Rückabwicklung anordnete, war es längst zu spät.

Convent Die rund 6,85 Millionen Euro, die die Führungscrew um Mario Letmathe (33, siehe Ausriss Facebook) aus Messel innerhalb eines Jahres eingesammelt haben, sind verschwunden.

Bei der Verhaftung von Letmathe am 19. April 2011 konnte die Staatsanwaltschaft Darmstadt lediglich rund 149.000 Euro zur Gerichtskasse einziehen und ein Konto mit 52.000 Euro bei der Volksbank eG Darmstadt beschlagnahmen.

Bei Führungskraft Inge Odwarka (54) aus Groß-Bieberau war noch weniger zu holen. Die Staatsanwaltschaft fand auf dem Konto der Eheleute Odwarka bei der Sparkasse Dieburg gerade einmal rund 30.400 Euro und bei der Volksbank Odenwald eG in Michelstadt ein Mietkautionssparbuch in Höhe von rund 1.800 Euro.

Angesichts der Schulden von fast 7 Millionen Euro gegenüber Anlegern, die der DFI Holding AG ihre Alters- oder Bauvorsorge in Form eines Kredites (verspätete Rückzahlung mit Zinsen) anvertraut hatten, konnte Obergerichtsvollzieher Hans Kropf aus Groß-Umstadt kein Mitleid zeigen. Verwaltungsrätin Odwarka musste sich von ihren drei Goldringen mit geschliffenen Brillanten, dem Gold-Collier, einem Gold-Armband und ihrer Goldbrosche trennen.

Bei Ex-Verwaltungsrat Mark Ziegner (39) aus Mainz beschlagnahmte die Staatsmacht rund 177.000 Euro. Peanuts im Vergleich zum veruntreuten Geld.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt wirft den Verantwortlichen der Schweizer DFI Holding AG und ihrer Beteiligungsgesellschaft DFI Diamond Finance Invest GmbH & Co. KG aus Darmstadt (vormals firmierend unter Diamond Immobilien Vertriebs GmbH & Co. KG aus Groß-Bieberau) gewerbsmäßigen Betrug und Verstoß gegen das Kreditwesengesetz im Zusammenhang mit dem Ankauf von Kapitallebensversicherungen und Bausparverträgen vor.

Geschädigte können und sollten der ermittelnden Zentralen Kriminalinspektion ZK 20 Darmstadt ihre Schäden melden. Staatsanwalt Hanno Wilk von der Abteilung Wirtschaftsstrafsachen aus Darmstadt weist aber in einer Veröffentlichung darauf hin, dass die Meldung von Schäden noch nicht bedingt, "dass die Geschädigten auch im Rahmen der Rückgewinnungshilfe berücksichtigt werden können. Hierzu ist eine Titulierung der Ansprüche und anschließende Vollstreckung mit Rangänderung nach § 111h StPO erforderlich."

Um auch Gelder aus den beiden DFI-Gesellschaften zu erhalten, müssen Geschädigte ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden. Das Amtsgericht Darmstadt hat am 19. September 2011 über die DFI Diamond Finance Invest GmbH & Co. KG i.L. (Aktenzeichen 9 IN 579/11) und am 20. September 2011 über die DFI Holding AG (Aktenzeichen 9 IN 580/11) eröffnet.

Bekommen die Anleger überhaupt noch etwas für ihre abgetretenen Rückkaufswerte?

Rechtsanwalt Christian Heinrich Röhlke aus Berlin-Mitte teilte dazu dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit:

Zitat:


Mit welchen Quotenaussichten im Rahmen der Insolvenzverfahren zu rechnen ist, ist derzeit noch nicht absehbar. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt wegen Betruges, so dass möglicherweise davon auszugehen ist, dass das gesamte Geld aus den aufgekauften und gekündigten Lebensversicherungen verbraucht wurde.

Röhlke Rechtsanwälte bereiten die ersten Klagen vor. Nachdem die Rechtsschutzversicherungen überwiegend Deckungsschutz erteilt haben, werden wir versuchen, die Ansprüche unserer Mandanten zu sichern. In Frage kämen selbstverständlich Ansprüche gegen die Hintermänner der DFI-Gesellschaften. Klagen gegen die DFI-Gesellschaften selbst sind wegen des Insolvenzverfahrens derzeit nicht möglich. Sofern Kunden der DFI von freien Vermittlern und Beratern geworben worden, kommt auch ein Anspruch aus Beraterhaftung hier in Frage.

Fazit: Auch wenn derzeit noch nicht abzusehen ist, mit wie viel Kapitalrückfluss aus welchem Topf tatsächlich zu rechnen ist, sollten geprellte Anleger in jedem Falle einen spezialisierten Anwalt aufsuchen.


Doch warum sind so viele auf die DFI hereingefallen?

... Fortsetzung » lesen.

 



Um diese GoMoPa® - Meldung vollständig lesen zu können, müssen Sie mindestens registriertes GoMoPa® Mitglied sein. Jetzt registrieren.


Sollten Sie bereits registriert sein, loggen Sie sich bitte jetzt ein:

Benutzername:
Zugangsdaten vergessen?
Passwort:
Registrieren?
 



 

Pressemitteilung zum Thema
» Lebensversicherung: Spekulation mit Ihrem Rückkaufswert

Beitrag zum Thema
» DFI Holding AG - Diamond Finance Invest Holding AG - Mario Letmathe

Kategorie zum Thema
» Wer kennt, was meint Ihr dazu?

 

Copyright 2000 - 2017 by Goldman, Morgenstern & Partners LLC - GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net)