GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 02.11.2011

Deutsche Bank finanzierte 25 Prozent versteckte Provisionen


Rechtsanwalt Reiner Fuellmich<br /> aus Göttingen © Fuellmich
Rechtsanwalt Reiner Fuellmich
aus Göttingen © Fuellmich
Die Angst vor Inflation führt zu einem Wiederaufleben der Schrottimmobilien-Finanzierungen in großem Stil, beobachtet der Göttinger Rechtsanwalt Dr. Reiner Fuellmich, der seit 15 Jahren Opfer dieses Finanzierungsmodells vertritt. Eine unrühmliche Rolle habe dabei immer wieder neben der Deutschen Kreditbank (DKB) aus Berlin auch die Deutsche Bank gespielt.

Regelrecht betrogen fühlen sich ein Lehrer (47), ein Betriebsschlosser (48) und ein Verfahrensmechaniker (33), die von einem Münchner Bauträger jeweils eine fremdvermietete und sanierte Eigentumswohnung am Stadtrand von Leipzig gekauft hatten. Der inzwischen insolvente Strukturvertrieb Tectum AG aus München hatte die Kleinanleger mit "Ehrlichkeit und höchsten Ansprüchen" geködert. Die Wohnungen seien eine Anlage, mit der man sogar noch Geld verdienen könne. Leider hatte der Vertrieb dabei nur sich selbst gemeint.

Die Käufer fühlen sich getäuscht. Denn die angeblich hochwertigen und sanierten Wohnungen zeigten nach dem Kauf so starke Mängel, dass die Mieter auszogen. Ein Drittel der Wohnfläche sei mit Schimmel befallen. Platten lösten sich von den Decken. In den Kellern steht regelmäßig Wasser, weil die Grundleitung aus der Gründerzeit um 1920 nun endgültig den Geist aufgegeben hat.

Als die Käufer Gutachter einschalteten, kam heraus, dass der gezahlte Kaufpreis von 2.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche weit überzogen war. Die Wohnungen seien bestenfalls 700 Euro Wert.

Aber warum hat die Deutsche Bank dennoch die überhöhten Preise von 2.000 Euro finanziert?

Weil die Wohnungen gar nicht verkäuflich waren, weiß Dr. Fuellmich. Dass in Leipzig dennoch in so kurzer Zeit so viele solcher Wohnungen an Kleinanleger verkauft worden sind, bedurfte eines schlagkräftigen Vertriebes. Vertriebe, die vor nichts zurückschrecken und bereit sind zu täuschen. Das lässt sich ein solcher Vertrieb allerdings teuer bezahlen.

Im Fall des Strukturvertriebs Tectum AG kam heraus, dass er dafür heimlich eine Provision von rund 25 Prozent des Kaufpreises kassiert habe. Offengelegt wurden aber nur 3 Prozent. So dass der Vertrieb sage und schreibe 28 Prozent Provision einheimste. Normal sei bei einem Immobilienvermittlungsgeschäft eine Provision von maximal 6 Prozent, weiß Dr. Fuellmich.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Münchner Bauträger und die Verantwortlichen der Tectum AG wegen Betruges. Und die Deutsche Bank würde auch nicht ungeschoren davon kommen. Laut Dr. Fuellmich muss die Bank eine Einwertung vornehmen.

Die Bank müsse gewusst haben, dass die Wohnungen nicht 2.000 Euro, sondern nur 700 Euro pro Quadratmeter wert waren. Und sie müsse gewusst haben, wie teuer der Vertrieb war und dass versteckte Provisionen gezahlt wurden. Die Bank hat die Käufe als Pakete finanziert. Das sei Wucher und strafrechtlich Betrug. Die Bank müsse sich für die betrügerischen Vertriebe und betrügerischen Verkäufer, mit denen sie institutionell zusammenarbeitete, sowohl strafrechtlich als auch zivilrechtlich (Schadensersatzansprüche) verantworten.

Die Deutsche Bank weist die Vorwürfe zurück. Beleihungswerte würden grundsätzlich anhand von neutralen Datenbanken ermittelt. Aktuell lägen keine Reklamationen vor, man bemühe sich aber immer um eine individuelle Lösung.

Die drei Käufer fühlen sich einfach mal um 25 Prozent von ihrem Eigentum beklaut. Und wegen der fehlenden Mieter und der nun anstehenden nochmaligen Sanierung der Wohnung werden sie ihren Kredit nicht nur 20 Jahre, sondern 40 Jahre lang abstottern. Oder versuchen, die Finanzierung bei der Deutschen Bank rückgängig zu machen. Dr. Fuellmich: "Der strafrechtliche Betrug ist noch nicht verjährt." Doch die drei Männer sind kein Einzelfall. Nach Einschätzung von Dr. Fuellmich seien davon Tausende Normalverdiener betroffen.

Die deutsche Immobilienblase sei wie eine kleine Griechenlandkrise:

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