GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 09.11.2011

V+ Fonds und Alfred Wieder AG: teurer Blindflug


Mit ihren ersten beiden Venture Plus Fonds (V+ 1 und V+ 2) hat die Dresdener V+ Beteiligungs 2 GmbH von Werner Schaar und Anke Schiller von Oktober 2005 bis Mai 2010 stolze 240 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt. Das Geld soll bis Ende 2032 und 2035 in die Entwicklung von Zukunftstechnologien investiert werden.

Das Verkaufsmotto der V+ Fonds lautet: "Gib Geld einen Sinn!" Und weil das Motto so gut ankommt, will die V+ Beteiligungs 2 GmbH seit Mai letzten Jahres bis Ende 2014 noch einmal zwischen 100 und 300 Millionen Euro für ihren dritten Fonds V+ GmbH & Co. Fonds 3 KG (V+ 3) einsammeln.

Anleger können sich mit mindestens 2.000 Euro einmalig oder mit mindestens 30 Euro Monatsraten am Fonds beteiligen, der bis zum Ende 2038 läuft. Ein Sonderkündigungsrecht besteht nach 10 Jahren. Bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit kann man den Ratenplan stilllegen.

Der Kapitalanlagespezialist Rechtsanwalt Christian Heinrich Röhlke aus Berlin hat sich die Fonds etwas näher angesehen. Sein Urteil gegenüber dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net fällt wenig schmeichelhaft aus: "Bei den V+ Beteiligungen handelt es sich um undurchsichtige Dachfonds mit hohen Kosten."

24,7 Millionen allein für Provisionen

Bereits der V+ 1 wies Fondsnebenkosten von 22,94 Prozent aus. Im dritten Fonds V+ 3 sollen von 100 Millionen Euro geplanten Anlegergeldern lediglich 62,8 Millionen Euro investiert werden. 24,7 Millionen Euro sind für Provisionen eingeplant. Den größten Posten davon sollen 9,5 Millionen Euro ausmachen, die das Fondsmanagement für die Vermittlung von Beteiligungen kassiert. Zu den Provisionen kommen 4,9 Millionen Euro laufende Geschäftskosten. Immerhin verzichten die Initiatoren auf ein Agio, also einen Aufschlag auf das einzuzahlende Kapital.

Da die V+ Fonds vor allem in andere Fonds investieren (Zweitmarkt) funktionieren sie als Dachfonds. Und kosten ein erhebliches Maß extra als normale Fonds.

Rechtsanwalt Christian<br /> Heinrich Röhlke aus<br /> Berlin © Bankenskandal.de
Rechtsanwalt Christian
Heinrich Röhlke aus
Berlin © Bankenskandal.de
Rechtsanwalt Röhlke rechnete gegenüber GoMoPa.net vor:

"Ein Dachfonds bringt zunächst dem Anleger nur eines: doppelte Kosten. Denn es fallen nicht nur auf der Ebene des eigentlichen Beteiligungsfonds Kosten an, sondern auch der erworbene Anteil des Zielfonds ist ja bereits mit Kosten belastet. Wenn also ein Ziel-Fondsanteil 100 Euro zählt, aber 20 Euro hiervon Kosten sind, können nur 80 Euro investiert werden.

Zahlt der Anleger für seinen Dachfondsanteil ebenfalls 100 Euro bei 20 Euro Kostenlast und zahlt der Dachfonds je 40 Euro für einen Anteil am Zielfonds, steigt also billig ein, müssen die beiden Zielfondsanteile von 2 mal 40 Euro im Jahr bereits 31,5 Prozent Gewinn erwirtschaften, damit auf der Zielfondsebene bei einem Einsatz von 100 Euro nur 5 Prozent Gewinn anfallen, also am Ende des Jahres 105 Euro vorhanden sind.

Dass ein Zielfonds allerdings derart hohe Gewinne macht, ist wenig wahrscheinlich und würde auch den Einstiegspreis erhöhen."

Risiko Blindpool und Intransparenz

Hinzu kommt das Risiko eines kompletten Blindpools. Im Prospekt des V+ 3 heißt es dazu ganz klar: "Es bestehe das Risiko eines Blind Pools und der fehlenden Transparenz." Immerhin erfährt man, dass man mit den Anlegergeldern Patenten eine Chance zur Umsetzung geben will.

Aber zumindest bei den Fonds V+ 1 und V+ 2 waren die Zielfonds dann doch kein so großes Geheimnis. Anwalt Röhlke fand heraus:

Zitat:


Bei den V+1 und V+2 Fonds sind die Zielinvestments zudem wenig diversifiziert: Es handelt sich fast durchweg um Fonds aus den Linien MIG (Made in Germany) 2 bis 5, GCF Global Chance Fund und GAF Global Asset Fund. Einige dieser Fonds stehen wegen hoher laufender Kosten auf der Warnliste der Stiftung Warentest.

Auffällig dabei: Alle diese Fonds weisen Verbindungen zum Finanzvertrieb ALFRED WIEDER AG (AWAG) aus Pullach bei München auf. Der Kaufpreis der Zielfonds ist dabei teilweise sehr gering. Unserer Meinung nach wird hier ein künstlicher Zweitmarkt geschaffen, um toxische Beteiligungen möglichst unbemerkt zu entsorgen.

Bemerkenswert ist auch, dass die V+ Fonds direkt und indirekt über die Zielfonds besonders häufig in dieselben Unternehmen investiert: In fast allen Portfolios finden sich Investitionen in die Antisense Pharma GmbH, die Ident Technology AG, die B.R.A.I.N. AG und Biocrates Life Sciences AG.


Die Antisense Pharma GmbH aus Wessling in Bayern entwickelt eine 3-D-Gestensteuerung, ohne, dass man Knöpfe oder Tastaturen bedienen muss. Die B.R.A.I.N. AG aus Zwingenburg in Hessen arbeitet mit der Firma Nutrinova an einem natürlichen Süßstoff. Die Biocrates Life Sciences AG aus Innsbruck in Österreich entwickelt Massenspektrometer für Nieren- oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Doch selbst, wenn sich die V+ Fonds mit ein paar Millionen Euro an den Unternehmen beteiligt, prozentual machen die Investitionen der Fonds lediglich zwischen 0,24 bis maximal 25 Prozent am jeweiligen Firmenkapital aus. Aber die Erwähnung der Projekte öffnet im Vertrieb viele Türen und Portemonnaies der Anleger.

Und der Vertriebschef und Initiator der Zielfonds MIG, GAF und GCF, Alfred Otto Wieder, gilt als Meister des Blendens. So auch mit faulen Zeugnissen:

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