GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 20.02.2012

Schildbürgerstreich: NRW verkaufte mehr Fichten, als da sind


Gleich für acht Jahre hatte das Land Nordrhein-Westfalen nach dem verheerenden Sturm Kyrill, der am 18. Januar 2007 große Waldgebiete in Südwestfalen entwurzelte, alle Fichten des Staatswaldes an den österreichischen Großsäge-Familienbetrieb von Fritz Klausner aus Oberndorf in Tirol verkauft. Der Deal entpuppte sich schon zwei Jahre nach dem Sturm als bitterböser Schildbürgerstreich.

Denn das Landesforstamt sicherte dem Österreicher eine jährliche Lieferung von einer halben Million Festmeter Fichtenrundholz bis zum Jahre 2014 zu, obwohl der Sturm Kyrill in NRW nur noch eine jährliche Ernte von 200.000 Festmetern Fichte für jetzt und die nahe Zukunft übrig ließ.

Das Land ist gleich dreifach in der Klemme. Erstens muss es nun die fehlenden 300.000 Festmeter Fichte woanders zukaufen, um seinen Lieferverpflichtungen nachzukommen. Zweitens muss das Land dem Tiroler Großsäger, weil es so vereinbart wurde, die Fichten zu einem Spottpreis von 75 bis 85 Euro pro Festmeter verkaufen, obwohl der Marktpreis bei 96 Euro pro Festmeter liegt. Diesen um 21 Euro höheren Preis muss das Land nun draufzahlen, um 300.000 Festmeter woanders einzukaufen und dann an den Großsäger mit Verlust weiterzuverkaufen.

Und drittens bedeutet der Verkauf des gesamten schlagbaren Fichtenbestandes von 200.000 Festmeter, dass die eigenen lokalen 150 Sägebetriebe in NRW keine Fichten mehr aus dem Staatsforst zum Verarbeiten erhalten. Ein vom Verband der Säge- und Holzindustrie Nord in Auftrag gegebenes Gutachten von Professor Dr. Andreas Schulte (Lehrstuhl für Waldökologie, Forst und Holzwirtschaft an der Uni Münster) rechnet mit einem Abbau von 1.000 Arbeitsplätzen in NRW.

Das Land NRW versuchte, diesen Verpflichtungen, die den Holzmarkt in NRW aushebelt und das Land um mindestens 10 Millionen Euro schädigt, zu entkommen, indem NRW den am 17. April 2007 geschlossenen Vertrag am 4. August 2009 aufkündigte.

Das fand nun wiederum Großsäger Fritz Klausner nicht fair und ging dagegen vor. Denn in den Jahren 2007 und 2008 war er gut genug, das Abfallholz zu kaufen, und nun, wo es an die Lieferung des Frischholzes ging, sollte er aussteigen? Nicht mit Fritz Klausner:

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