GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 15.06.2012

MWB Vermögensverwaltung AG - die Vorstände müssen zahlen


Nach zehn Jahren setzte das Bezirksgericht Zürich dem wilden und bunten Treiben der Schweizer MWB Vermögensverwaltung AG für den Mittelstand ein Ende. Mit Beschluss vom 11. Januar 2012 wurde die Vermögensverwaltung dicht gemacht.

Zu groß war die Klageflut, mit der die Verantwortlichen wie die Prokuristen Yvonne Greter aus Cham und Massimo Scandurro aus Freienbach sowie Direktor und Verwaltungsratspräsident Heinz Rudolf Isler aus Winterthur, Verwaltungsrat Jürg Otto Schlienger aus Helikon und Gesellschafter Geschäftsführerin Manyela Scandurro (in der Schweiz lebende Türkin) wohl nie gerechnet hatten.

Denn in den Verträgen mit den mehr als 35.000 deutschen Kunden hatten sie schwarz auf weiß hineingeschrieben, dass der Gerichtsstand in jedem Fall die Schweiz sei. Und da haben Ausländer schlechte Karten.

In dieser scheinbaren Sicherheit vor Regressforderungen benahmen sich die Vermögensverwalter alles andere als seriös. Per Kaltanrufen überfielen sie deutsche Angestellte und Beamte in der Mittagspause.

Sie versprachen angeblich quellensteuerfreie Anlagen in Schweizer Franken bei renommierten Schweizer Banken. Nachdem die Deutschen ihnen auf den Leim gegangen waren und eine größere Summe plus einer satten Auslandsgebühr von 1.700 Euro überwiesen hatten, bekamen Sie plötzlich Post von Schweizer Versicherungen, Sie mögen doch bitte weitere Prämien in die von Ihnen abgeschlossenen fondsgebundenen Lebensversicherungen einzahlen.

Statt in Schweizer Bankenprodukte zu investieren, schlossen die Schweizer Vermögensverwalter einfach Versicherungsverträge für die deutschen Kunden ab. Damit hatten diese natürlich nicht gerechnet. Sie zahlten ja neben der Auslandsgebühr schließlich noch eine laufende Verwaltungsgebühr an die MWB, obwohl die MWB herzlich wenig Geld verwaltete, sondern sich als dritte Einnahmequelle lieber von den Schweizer Versicherungen hohe Abschlussprovisionen holte.

Die deutschen Kunden verlangten ihr Geld zurück. Die MWB konnte hinter der Schweizer Grenze darüber nur lachen. Als Medien das Thema aufgriffen, reagierte die Credit Suisse, bei der alle Kundenkonten geführt wurden, gereizt. Im März 2006 bereitete sie für alle MWB-Kunden ein Schreiben vor: Entweder Sie wechseln den Vermögensverwalter oder wir schließen Ihr Konto.

Die Bank durfte das Schreiben nicht direkt den Kunden schicken, sondern musste den Vermögensverwalter bitten, das Schreiben an seine Kunden weiterzureichen. Die MWB tat einen Teufel. Sie legte ihren Kunden nahe, es sei kostengünstiger, die Bank zu wechseln. Da Kostenersparnis immer zieht, hatte die MWB bei ihren Kunden leichtes Spiel. Als neue Bank sprang die AMA Bank in die Bresche, eine Bank mit angeblich indischem Hintergrund.

Als neben den Versicherungen auch noch in hochriskante Fonds investiert wurde und die Kunden Geld verloren, suchten die Deutschen zu Hause vor Gerichten Recht.

Die deutschen Richter waren sich erst uneins, manche fühlten sich nicht zuständig, die meisten folgten schließlich dem Tatortprinzip und bejahten die Zuständigkeit. Denn die Verträge oder Aufträge wurden in Deutschland unterschrieben.

Den Durchbruch errang ...

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