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18. August 2018
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03.04.2018
BGH bestätigt Haft für Bauträger Ferdinand Tiggemann und Anwalt Franz-Joseph Graf Wolff Metternich

ConventDer BLB NRW-Ex-Geschäftsführer Ferdinand Tiggemann (68) aus Münster konnte zupacken, wie hier beim Spatenstich für einen 21 Millionen Euro Chemieanbau der Uni Paderborn im Winter 2008, aber er füllte sich bei diversen Projekten auch persönlich die Taschen, obwohl er mit einem Jahresgehalt von 232.000 Euro einer der bestbezahlten Funktionsträger des Landes NRW war, und muss nun für sieben Jahre und sechs Monate in Haft. Sein Helfer, der adlige Rechtsanwalt Franz-Joseph Graf Wolff Metternich zur Gracht (70, längjähriger geschäftsführender Gesellschafter der Eifelfango Werke) aus Bad Neuenahr-Ahrweiler erhielt eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung und muss 200.000 Euro zahlen © Pressefoto Uni Paderborn / Mark Heinemann Der einst mächtigste NRW-Bauträger Ferdinand Tiggemann (68, Herr über 4.200 Gebäude im Wert von 9 Milliarden Euro und einem Jahresetat von 1,2 Milliarden Euro) aus Münster und der feine Anwalt und Unternehmensberater Franz-Joseph Graf Wolff Metternich zur Gracht (70, langjähriger geschäftsführender Gesellschafter der europaweit bekannten Eifelfango-Werke gegen Rückenschmerzen) aus Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Der Schaden, den Tiggemann mit seinen Insidergeschäften zu Lasten des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB) des Landes Nordrhein-Westfalen aus der Mercedesstraße 12 in Düsseldorf hinterließ, den er von 2001 bis 2010 leitete, beträgt laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wuppertal 16 Millionen Euro.

Die Ermittler staunten nicht schlecht, als sie einer 3 Millionen Euro Provisions-Zahlung von der BLB an eine angebliche Immobilienfirma namens W+S (Wohnen und Service) OHG verfolgten, aber stattdesen bei einem Fangopackungs-Fabrikanten und zugleich Chef der Adelsdynastie Wolff Metternich zur Gracht in der rheinland-pfälzischen Eifel landeten, der auch noch als Rechtsanwalt für die Kanzlei van Bühren & Partner in der Maximilianstraße 21/III in München tätig war.

Der Graf hatte die Briefkastenfirma W+S OHG 2001 just in jenem Jahr gegründet, als der ehemalige Düsseldorfer Postdirektor Tiggemann vom Beamtenposten auf den Chefposten des Bauträgers BLB in Düsseldorf hinüberwechselte.

Der Graf habe als "Geldempfangsstelle" für Provisionen aus Insider-Geschäften fungiert, sagte Oberstaatsanwältin Beate Thiele, als vor einem Jahr der Prozess gegen Tiggemann und den Grafen vor dem Landesgericht Düsseldorf in der Vorinstanz begann.

Rechtsanwalt Franz-Joseph Graf Wolff Metternich zur Gracht will die Firma aber nur treuhänderisch für den umtriebigen Düsseldorf Makler Johann Gärtner gegründet haben.

Tatsächlich gilt Gärtner bei dem Geschäftsmodell Insider-Deals als Schlüsselfigur und Schattenmann von Tiggemann.

Trotz seiner herausgehobenen Stellung mit einem Jahresgehalt von 232.000 Euro und hohen Pensionsansprüchen als verbeamteter Postdirektor hatte Tiggemann sich laut Gericht auf Geschäfte mit dem vorbestraften Johann Gärtner eingelassen, der zwar aus dem Koffer, aber immer auf großem Fuß lebte. Gärtner schmückte sich mit einem Porsche Cayenne, einem falschen Doktortitel und hübschen Damen. Auf Bewirtungsquittungen habe Tiggemann nur dessen Alias-Namen "von Broleck" vermerkt, wohl wissend, dass der echte Name in der Branche verbrannt war.

Bei der 3 Millionen Euro Überweisung an die W+S OHG ging es um das JUSTIZZENTRUM DÜSSELDORF:

Der damalige BLB-Chef soll Informationen über das Bauvorhaben an den Immobilienmakler Gärtner verraten haben. Daraufhin seien die Grundstücke dem Land vor der Nase weggeschnappt worden. Um doch noch an die Flächen zu kommen, berappte der NRW-Baubetrieb einen Millionenaufschlag als Entschädigung für den Zwischenkäufer. Dem Land sei ein Schaden von mehr als vier Millionen Euro entstanden.

Im Falle des Düsseldorfer Gerichtsgebäudes zahlte die BLB insgesamt drei Millionen Euro an die maßgeblich von Gärtner initiierte W + S des Grafen Metternich, nachdem diese zugunsten des Landesbetriebs von dem angeblich beabsichtigten Grundstückskauf zurückgetreten war. In den Augen der Korruptions-Ermittler ein abgekartetes Spiel. Diese Zahlung sei "durch nichts gerechtfertigt" gewesen und habe "jeder rechtlichen Grundlage entbehrt", sagt Staatsanwalt Ole Eicker. Bei Tiggemann gebe es "deutliche Hinweise auf Untreue" und "Geheimnisverrat".

Die Ermittler wollen "Indizien" dafür haben, dass der frühere BLB-Chef mitkassiert hat. "In dem Zeitraum" als Gärtner große Tranchen seiner Provision bar bei den Banken abgehoben habe, seien auf den Privatkonten Tiggemanns keinerlei Barabhebungen mehr erkennbar. Seinen Kontoauszügen zufolge müsse Tiggemann "längere Zeit bargeldlos gelebt" haben, erklärt Eicker.

Allerdings konnte der Makler, der seit 2009 wegen Erpressung und Steuerhinterziehung in Höhe von 3 Millionen Euro in Dauerhaft saß, nicht beim Prozess gegen Tiggemann und gegen Graf Wolff Metternich als Kronzeuge aussagen, weil er zwischenzeitlich mit 80 Jahren im Gefängnis verstarb. Es wurde ein Indizienprozess.

Der Vorsitzende Richter Guido Noltze verkündete dennoch am 13. Februar 2017 ein knallhartes Urteil: 7 Jahre und 6 Monate Haft für Ferdinand Tiggemann. Und 2 Jahre Haft auf Bewährung plus eine Geldstrafe von 200.000 Euro für seinen Helfer Rechtsanwalt Franz-Joseph Graf Wollf Metternich zu Gracht (Aktenzeichen: 018 KLs-85 Js 61/10-1/15)

Der Vorsitzende Richter Guido Noltze ließ Tiggemann noch auf der Anklagebank verhaften. Der Richter zeigte sich über Tiggemann empört: "Einer der bestbezahlten Funktionsträger des Landes NRW hat sich federführend an einem kriminellen Komplott zulasten der Steuerzahler beteiligt."

Tiggemann bestritt jedoch bis zuletzt jede Schmiergeldzahlun oder -entgegennahme. Graf Wolff Metternich schwieg. Beide legten Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe ein. Ihre Anwälte forderten Freispruch.

Auf die Frage, woher Tiggemann das viele Bargeld hatte, mit dem er ein paar Jahre leben konnte, ohne an sein Konto zu gehen, gab Tiggemann folgende Antwort:

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