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Presse-Echo


20.08.2018
BFI Bank AG: Dr. Karl-Heinz Wehner - der Gründer der ersten ostdeutschen Privatbank ist tot

Convent Die Fotos zeigen den BFI Bank AG-Gründer Dr. Karl-Heinz Wehner am 11. Mai 2005 im Justizzentrum Würzburg © Ausriss aus Main-Post Der Erfinder der "Wohnungsbauprämie ohne Wohnungsbau" und Gründer der ersten ostdeutschen Privatbank nach 1945, der BFI Bank AG in Dresden, ist tot.

Der aus Bayern stammende promovierte Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Dr. Karl-Heinz Wehner ist am vergangenen Mittwoch (15. August 2018) plötzlich und unerwartet verstorben. Dies wurde aus Familienkreisen bekannt. Der am 14. November 1947 in Würzburg geborene Unterfranke wurde nur 70 Jahre alt.

Ikone des Graumarktes

Das Leipziger Portal Die Bewertung nennt Dr. Wehner "eine Ikone des Graumarktes".

Wohl auch deshalb, weil Dr. Wehner im Jahr 2005 eine Gefängnisstrafe von 5 Jahren in 9 Monaten wegen Betruges und Anstifung zur Untreue in Kauf nahm, weil er seine Bank retten wollte.

Dr. Wehner hat im Jahr 2005 im Justizzentrum Würzburg ein Geständnis abgelegt. Damit sah es das Landgericht Würzburg als erwiesen an, dass Dr. Wehner mit mehreren Geschäftsleuten mehr als 500 Anleger um rund 13 Millionen Euro geprellt haben soll.

Nicht aus Profitgier gehandelt

Allerdings habe Dr. Wehner nicht aus Profitgier gehandelt, sondern um sein Firmenimperium zu retten, stellte das Gericht laut dem Manager Magazin klar.

Die Main-Post aus Würzburg sprach von dubiosen Millionengeschäften.

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtete:

Zitat:


14.400 (Geschäfts-)Kunden kämpfen ... um eine Entschädigung, nachdem die Bank im Jahre 2003 pleite ging.

Die Banker hatten zum Spottpreis Immobilien eingekauft und sie dann wieder teuer an ihre eigenen Fonds verkauft, um sich selbst einen internen Mindestgewinn von 20 Prozent zu garantieren. Die Bank verspekulierte sich um 220 Millionen Euro. Aus Anlegern wurden über Nacht Gläubiger.


Böse Stimmen behaupteten, der einst umfeierte Star der Bank- und Finanzindustrie habe sich überhoben. Andere meinten, dass die renommierte Finanzindustrie einen kreativen Kopf neben sich nicht ertragen konnte. Ein bisschen Recht hat er behalten: Schließlich endete die 2003 eingeleitete Insolvenz seiner Bank nach 13 Jahren mit einer ordentlichen Quote von über 46 % für die Gläubiger der Bank.

Rasanter Aufstieg in den 1990ern

Aus Würzburg kommend hatte der Wirtschaftsprüfer Dr. Wehner nach der Wende 1990 im Osten schnell Karriere gemacht und am 4. April 1995 die erste ostdeutsche Privatbank gegründet, die Bank für Immobilienwirtschaft, kurz BFI Bank AG.

Dafür ließ Dr. Wehner die historische Villa Stephanie mit Elbblick am Waldschlösschen in der Bautzner Straße 104 zum Banksitz ausbauen. Dr. Wehner gründete als Aufsichtsrat und Mehrheitsaktionär weitere Niederlassungen in Würzburg (Berliner Platz 10) und in Luxemburg Senningerberg (78, Rue du Golf).

Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des Instituts lag im Bereich der Immobilien- und Wohnungsbaufinanzierung sowie der Provisionsvorfinanzierung für Vertriebsgesellschaften. Ferner finanzierte die Bank unter anderem Anteilszeichnern den Erwerb verschiedener geschlossener Immobilienfondsanteile. Die eigenen Produkte wie Inhaberschuldverschreibungen und Genussrechte vertrieb die Bank über ein Netz von zirka 400 Vermittlern (sogenannte Repräsentanten).

ConventRechtsanwalt und Fachautor Dr. Thomas Schulte aus der Malteserstraße 170 in Berlin-Marienfelde © drthomasschulte.de Dr. Wehner schrieb Rechtsgeschichte

Der Berliner Rechtsanwalt und Fachautor Dr. Thomas Schulte findet gegenüber GoMoPa.net anerkennende Worte:

Zitat:


Dr. Wehners Genie zeigte sich in juristischen Konstruktionen und geschickter Ausnutzung des Wohnungsbau-Prämiengesetzes beziehungsweise des Gesetzes zur Bildung Vermögenswirksamer Leistungen.

So schrieb er Rechtsgeschichte mit der Idee, die vermögenswirksame Leistung in der Form des Aktienkaufes in einer Aktie, nämlich der BFI-Aktie, vorzunehmen.

Bekannt wurde auch seine Idee, Wohnungsbauprämie für den Kunden ohne Wohnungsbau.

Unter seiner geschickten und umsichtigen Führung konnte ein großer Stamm von sogenannten BFI-Repräsentanten aufgebaut werden, die als Vertreter beziehungsweise Vermittler für die BFI Bank und deren Untergesellschaften tätig waren.


Zu wenig Eigenkapital und noch einiges mehr ließen 2003 sein Imperium zusammenbrechen:

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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

#67 - Kommentar von Helmut Kapferer am 21.08.2018 09:28
Die freundlichen Worte, die Dr. Schulte zu der Tätigkeit von Dr. Wehner findet, sind angesichts des traurigen Ereignisses verständlich, zeigen allerdings, wie auch der obige Beitrag, ein Bild, das dem Wirken Wehners nicht vollständig gerecht wird.
Mit der Einschaltung von Repräsentanten und der Außenfinanzierung von Geschlossenen Fondsanteilen förderte er massiv den Vertrieb dieser gefährlichen Anlagen an unbedarfte Bürger insbesondere aus dem Osten. Die Repräsentanten gaben sich als Vertreter einer Bank, was deren Absatzchancen deutlich steigerte. In den Fällen, die ich bisher kennengelernt habe, gewann ich den Eindruck, dass die BFI bei der Finanzierung der Fondsanteile keinerlei Qualitätskriterien verfolgte sondern eher umsatzgetrieben vorging. Der Umsatz kam von den Repräsentanten, also finanzierte man auch deren Wunschfonds.
Das so durch die BFI angerichtete Desaster spiegelt sich im Beitrag nicht. Die hohe Quote kam nach meiner Erfahrung vor allem dadurch zustande, dass die Kredite von den Anlegern zurückbezahlt wurden, auch in den vielen Fällen, in denen der Fonds scheiterte.


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