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22.04.2019
Miljenko Salopek Elbschloss Wasserwerk Saloppe Dresden: Kurt Biedenkopf musste ins Hotel ziehen

Convent34 exklusive Eigentumswohnungen und ein Townhouse wollte Investor und Bauherr Miljenko Salopek (50) aus Friedberg in Bayern im stillgelegten Wasserwerk Saloppe, Baujahr 1875, bis spätestens 2016 errichten. Doch der Bau wird nicht fertig, und die Mezzanine-Geldgeber warten vergeblich auf die Rückzahung ihrer 9 Millionen geborgten Euro © Ausriss aus Wasserwerk-Saloppe.de Seit 2016 warten Käufer von exklusiven Eigentumswohnungen im sogenannten vierten Dresdener Elbschlosss "Wasserwerk Saloppe" auf den Einzug in ihre denkmalsanierten Luxus-Immobilien.

Mit bis zu 4.950 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche haben die künftigen Bewohner in der Saloppe für ihre eigenen vier Wände sehr tief ins Portemonnaie greifen müssen. Der Durchschnittspreis in Dresden für neu gebaute Eigentumswohnungen liegt bei 3.500 Euro.

Und die vielen Kleinanleger im 20,5-Millionen-Euro-Projekt warten seit Mai 2015 vergeblich auf die Rückzahlung ihrer 9 Millionen Euro Mezzanine-Kapital durch den bayerischen Investor und Bauherren Miljenko Salopek (50) als alleiniger Chef und Inhaber der Emittentin Wasserwerke Saloppe GmbH.

Doch der braucht das Mezzanine-Geld, um seine Bauträgerfirma Wasserwerk Salopppe GmbH aus dem bayerischen Friedberg (Geisbergstraße 16) am Leben zu erhalten. Die Bauherrin ist mit rund minus 2,6 Millionen Euro bilanziell überschuldet (Vorjahr rund minus 1,6 Millionen Euro).

In seinem am 5. Oktober 2018 im Unternehmensregister hinterlegten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2016 musste Salopek einräumen:

Zitat:


Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag wird durch nachrangige Mezzanin-Gelder abgedeckt.


Salopek ist maßgeblich an acht Firmen in Berlin (Benacus Exklusiv GmbH), Sachsen (MATURITAS Holding GmbH, Krefeld Westpark Living GmbH, Quartier am Elbschlösschen Meißen GmbH) und Bayern (Wasserwerk Saloppe GmbH, EMBESA GmbH, TRI-SIGNA Living 6 GmbH, dbc Deutsches Beratungs-Center für Vermögen und Finanzen GmbH) beteiligt.

Seit 2003 leitet Miljenko Salopek auch allein die Geschäfte der dbc Deutsches Beratungs-Center für Vermögen und Finanzen GmbH am Jakobsplatz 6 in Augsburg. Ihm gehören 90 Prozent, die restlichen 10 Prozent hat der Augsburger Johannes Ramann inne.

ConventHistorische Grußkarten vom Restaurant und Wasserwerk Saloppe. Der Name "Saloppe" leitete sich von Wutki Chalupka (Schnapsbude) ab. Dies war eine Bezeichnung für die damalige Schankstätte russischer Soldaten, welche sich bereits während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) und in der Nähe des heutigen Wasserwerkes dort befand. Der russische Name bedeutet auf hochdeutsch etwa Hütte oder Bude und war zur Zeit der Befreiungskriege die Bezeichnung der damals in der Umgebung anwesenden russischen Soldaten für ein einfaches Wirtshaus, welches sich in der Nachbarschaft des heutigen Wasserwerks befand.

Diese Bezeichnung wurde, da von der deutschsprachigen Bevölkerung nicht korrekt verstanden, im Laufe der Jahre über Schaluppe zur heutigen Form verfälscht und schließlich von der Schankwirtschaft, die oberhalb des Wasserwerkes steht, auf das Wasserwerk an der Saloppe übertragen.

Damals wurde das Trinkwasser für Dresden aus vielen einzelnen Brunnen und Quellen entnommen. Die rasch zunehmende Bevölkerung sowie die stets lauernde Seuchengefahr machten später den Bau eines zentralen Wasserwerkes notwendig. Es wurde 1871-1875 nach Plänen des Ingenieurs Salbach errichtet.© Kunstanstalt Peitz & Toepfer, Dresden
Im Jahr 2013 kaufte Salopek die neoromanischen Klinkergebäude des Wasserwerks Saloppe, das sich am Dresdner Elbhang im Stadtteil Radeberger Vorstadt in der Gemarkung Loschwitz zwischen Brockhausstraße und Könerweg befindet, von der Drewag Stadtwerke Dresden GmbH und investierte über 12 Millionen Euro in den Umbau. Beim Umbau mussten im Inneren viele Details des technischen Denkmals erhalten bleiben.

Die Turmspitzen an der Westseite des einstigen Wasserwerkes waren 1945 verloren gegangen. Salopek ließ sie, obwohl dies nicht Bestandteil der Auflagen des Denkmalschutzes war, nach alten Plänen rekonstruieren.

Salopek mitte März 2019 in den Dresdner Neuesten Nachrichten:

Zitat:


Sonst wäre es ja kein richtiges Schlösschen, oder?


Das einstige Wasserwerk war 1875 ans Netz gegangen und versorgte die Dresdener mit Trinkwasser. 1925 wurde der Pumpenantrieb von Dampf auf Elektro umgestellt. 1993 wurde die Saloppe vom Trinkwassernetz genommen und versorgte Firmen später noch mit Brauchwasser.

34 exklusive Eigentumswohnungen und ein Townhouse im Westflügel sollten nun bis spätestens 2016 entstehen. Die 520 Quadratmeter große Wohnung Townhouse mit zwei Balkonen und Privatfahrstuhl in die Tiefgarage soll 2,5 Millionen Euro kosten. Oder auch einzeln: Das Turm-Loft (210 qm) des Townhouses kostet 1 Million Euro. Die darunter liegende Maisonette-Wohnung mit Freitreppe (310 qm) kostet 1,5 Millionen Euro.

Die Finanzierung des Projektes sollte durch Eigenkapital, Mezzanine-Kapital, ein Bankdarlehen und aus den ersten Kaufpreisen erfolgen. Die Verzinsung der Nachrangdarlehen wurde im Prospekt aus dem Jahr 2012 mit 9 % pro Jahr prospektiert, bei einer Laufzeit bis 31. Mai 2015. Aus Anlegerkreisen heißt es, dass nach einer anfänglichen Zinszahlung kümmerliche 10 % an Rückfluss Ende 2018 folgten.

Ein prominenter Käufer der bislang verkauften Eigentumswohnungen ist der sächsische Ex-Ministerpräsident a.D. Professor Dr. Kurt Biedenkopf (89, CDU) mit dessen Ehefrau Ingrid (87).

Der hatte sich wohl auf die Zusagen von Salopek verlassen. Der einstige "König von Sachsen" (Volksmund) soll zwischenzeitlich übergangsweise in mehrere Hotels in Dresden ausgewichen sein, weil sich die Fertigstellung immer weiter verzögerte.

Die Biedenkopfs wollten eine Eigentumswohnung im Kesselhaus mit Elbblick beziehen. Laut Süddeutscher Zeitung hatten sie ihr Haus am Chiemsee verkauft, wollten im Sommer 2018 nach Dresden ziehen.

Im Oktober 2018 hatte es von Bauherrenseite geheißen, dass im November 2018 ein Einzug möglich sei.

Doch der Ausbau schleppte sich erneut weiter hin - Familie Biedenkopf und die künftigen Bewohner müssen sich mit dem Einzug wahrscheinlich noch mindestens bis Mai 2019 gedulden, da wohl erst dann Zugänge und Areal fertig werden.

Übergangsweise soll Familie Biedenkopf darum in mehreren Hotels gewohnt haben, zuletzt im Oktober 2018 im luxuriösen Kempinski (5 Sterne) in Dresden.

Mittlerweile soll die Familie wieder woanders untergekommen sein. Kurt Biedenkopf ließ auf Anfrage ausrichten, er wolle sich zu seiner aktuellen Wohnsituation nicht äußern.

Hauptgründe für den neuerlichen Bauverzug sind nach TAG24-Informationen Probleme bei den Kanalanschlüssen zum Abwasser, die vor Wintereinbruch hätten installiert werden sollen. Nun konnte das erst nach Frostende begonnen werden. Auch mit beteiligten Firmen lief nicht nicht alles wie geplant. Drei sollen bereits durch andere Firmen ersetzt worden sein, darunter Elektriker und Zimmerer.

Gegenüber der Dresdner Neueste Nachrichten sprach der Anbieter am 12. März 2019 von erforderlichen Umplanungen und Überlastung der beauftragten Baufirmen.

Biedenkopf lehnte auch eine öffentliche Stellungnahme zu seinem geplanten Altersruhesitz ab. Sein Büro teilte dem Düsseldorfer Branchendienst kapital-markt intern mit:

Zitat:


Herr Prof. Biedenkopf lässt ausrichten, dass er sich zum Sachverhalt Wasserwerk Saloppe Dresden nicht äußern möchte.

Es handele sich um eine private und persönliche Angelegenheit von seiner Frau und ihm, die sich nicht für öffentliche Behandlung eigne.


Und die Mezzanine-Geldgeber wollen endlich ihr Geld zurück:

"Ich bin total unzufrieden mit diesem Investment. 10.000 Euro habe ich zwecks Altersvorsorge angelegt. Auf Anfragen erhalte ich nur Vertröstungen. Für mich ist das undurchsichtig", sagte Peter Dirscherl (80) aus München.

Auch Helmut Morschhauser (61) aus Ulm macht sich Sorgen:

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