GoMoPa: Beluga: Schwerer Betrug in Millionenhöhe?
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Presse-Echo


08.03.2011

Convent Jetzt ist es offiziell: Gegen den am Donnerstag fristlos entlassenen Beluga-Chef Niels Stolberg (50, Foto © Beluga) und den bereits im Februar abgelösten zweiten Beluga-Geschäftsführer Emilio Reales Bertomeo hat die Bremer Staatsanwaltschaft heute ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf schweren Betrug und Bilanzfälschung eingeleitet. Das teilte Staatsanwaltsprecher Frank Passade soeben dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit.

Es geht um falsch ausgewiesene Umsatzerlöse aus dem Jahre 2009 in dreistelliger Millionenhöhe, über die der Darlehensgeber Oaktree Capital aus Los Angeles im Jahre 2010 getäuscht worden sei, der Beluga mit 170 Millionen Euro unter die Arme griff und heute 49,5 Prozent des Firmengeflechts aus 100 Belugafirmen und einer Flotte von 72 Schiffen besitzt.

Oaktree hat vorige Woche Anzeige wegen vermuteter Bilanzfälschung und Luftbuchungen gestellt. Beluga habe dem Kapitalgeber zum Beispiel offene Charterforderungen in Höhe von 57 Millionen Euro verschwiegen, fand die Maritimfachzeitung THB heraus.

Wörtlich führt Staatsanwalt Frank Passade aus:

Ex-Beluga-<br />Geschäftsführer Emilio<br /> Reales Bertomeo ©Beluga
Ex-Beluga-
Geschäftsführer Emilio
Reales Bertomeo ©Beluga

Zitat:


Die Staatsanwaltschaft Bremen hat, nachdem ihr in der letzten Woche seitens der Investmentfirma "Oaktree" ein Sachverhalt zur strafrechtlichen Prüfung betreffend die Firma "Beluga" unterbreitet worden war, am heutigen Tage ein Ermittlungsverfahren gegen zwei ehemalige Geschäftsführer und weitere leitende Angestellte der Firma "Beluga" wegen des Verdachts des Betruges im besonders schweren Fall (§ 263 StGB) und der Unrichtigen Darstellung (§ 331 HGB) eingeleitet. Die Beschuldigten stehen in dem Verdacht, seit dem Jahr 2009 Umsatzerlöse im dreistelligen Millionenbereich falsch ausgewiesen und hierdurch insbesondere Kapitalgeber getäuscht zu haben.


Pressesprecher Passade macht darauf aufmerksam, dass der Paragraf 263 des Strafgesetzbuches für Betrug eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vorsieht. In besonders schwerem Fall, zum Beispiel als Mitlied einer Bande oder bei Vermögensverlust großen Ausmaßes, sei eine Mindeststrafe von 6 Monaten und eine Höchststrafe von zehn Jahren vorgesehen.

Das Handelsgesetzbuch, auch darauf verweist die Staatsanwaltschaft, droht im Paragrafen 331 demjenigen eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe an, der "als Mitglied des vertretungsberechtigten Organs oder des Aufsichtsrats einer Kapitalgesellschaft die Verhältnisse der Kapitalgesellschaft in der Eröffnungsbilanz, im Jahresabschluß, im Lagebericht oder im Zwischenabschluß nach § 340a Abs. 3 unrichtig wiedergibt oder verschleiert".



Niels Stolberg und Emilio Reales waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Aber Stolbergs Wirtschaftsstrafverteidiger, der Frankfurter Rechtsanwalt Hanns W. Feigen, meldete sich heute Mittag aus einer Prozesspause in einem anderen Fall aus dem Gericht in Chemnitz bei GoMoPa.net und gab folgende Erklärung ab.

Im Anschluss kommentiert Oaktree Capital das gegen Niels Stolberg eingeleitete Ermittlungsverfahren wie folgt:




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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von NTV am 15.03.2018 18:14
Mehrfacher Kreditbetrug - Ex-Reeder Stolberg muss ins Gefängnis

Bis zuletzt hoffen Niels Stolberg und seine Anwälte auf eine Bewährungsstrafe. Doch das Bremer Landgericht sieht es als erwiesen an, dass der ehemalige Beluga-Chef mit aufgeblähten Rechnungen mehrere Banken getäuscht hat.

Der Ex-Chef der Bremer Beluga-Reederei, Niels Stolberg, ist zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Bremer Landgericht befand den 57-Jährigen des mehrfachen Kreditbetruges für schuldig. Drei mitangeklagte Ex-Beluga-Manager verurteilte die Kammer zu Bewährungsstrafen.

Die Staatsanwaltschaft hatte viereinhalb Jahre Haft für Stolberg gefordert. Die Verhandlung hatte mehr als zwei Jahre gedauert.

Stolberg hat mit aufgeblähten Rechnungen für seine Schiffsneubauten mehrere Banken getäuscht und zu erhöhten Kreditvergabe in Millionenhöhe bewegt. In seinem letzten Wort hatte der 57-Jährige in der vergangenen Woche Fehler eingeräumt, die er zutiefst bedauerte. Aus Sicht des Unternehmers wussten die Banken aber über das Modell Bescheid.

Stolberg hatte auf eine Bewährungsstrafe gehofft. Die Reederei Beluga war 2011 mit einer Reihe von Tochterfirmen in die Insolvenz gegangen. Mit dem Urteil endete einer der längsten Wirtschaftsstrafprozesse am Landgericht Bremen.

Quelle: n-tv.de


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