GoMoPa: Ohne Bargeld eine steuerfreie Stiftung gründen
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28.04.2011
Ohne Bargeld eine steuerfreie Stiftung gründen

Wer träumt nicht von einer Geldanlage, auf die man keine Steuern zahlen muss, die niemals schmilzt und die man auch noch in 1.000 Jahren steuerfrei verschenken oder vererben kann?

Diese Anlageform nennt sich gemeinnützige Stiftung und existiert, seit Jakob Fugger im Jahre 1521 die Fuggerei Augsburg gründete und damit spottbilligen Wohnraum schuf. Die Fuggerei arbeitet noch heute und gilt als Mutter aller Stiftungen.

Bis zum Jahre 2005 war jedoch die selbständige Stiftung nur den Reichen vorbehalten. Doch mit der 2005 erfolgten Reform des Gemeinnützigkeits- und Spendenrechts konnten auch Normalverdiener eine nunmehr unselbständige Stiftung gründen, die völlig ohne bürokratischen Aufwand und mit einer Mindesteinlage von 10.000 Euro arbeitet. Dieser kleine Bruder der großen Stiftung nennt sich Treuhandstiftung, weil man sein Kapital nicht in eine eigene GmbH, AG oder einen eigenen Verein einbringt, sondern einfach einem fremden Treuhänder zur Verwaltung überträgt. Das kann eine natürliche oder eine juristische Person sein.

Kontrolliert wird die Treuhandstiftung nur vom Finanzamt, bei der man die Gemeinnützigkeit beantragt. Der Treuhänder darf nur aus den Erträgen der Einlagen auszahlen. Ein Drittel bekommt der Stifter, ohne die Gemeinnützigkeit und damit Steuerfreiheit zu verlieren. Das zweite Drittel aus den Erträgen (Gewinne, Mieteinnahmen) muss in den Stock der Stiftung selbst fließen.

Das letzte Drittel der Gewinne ist für den Gemeinnutz bestimmt. Hat man keine Idee, wen oder was man fördern kann (Angehörige werden sowieso nicht anerkannt), kann man den Teil einfach einer bereits als gemeinnützig anerkannten Organisation übertragen. Die Treuhandstiftung fungiert dann als Förderstifter für eine andere Stiftung.

Convent Auf diese sehr einfache Art, den Status für Gemeinnützigkeit und Steuerfreiheit zu erlangen, macht der Berliner Anwalt Dr. Thomas Schulte (Foto) von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte gegenüber dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net aufmerksam. Und ganz nebenbei darf man ruhig wissen, dass die gemeinnützige Treuhandstiftung auch Hartz-IV-sicher ist, sollte es mal zum Schlimmsten kommen.

Hat man dagegen gute Einnahmen, kann man in den nächsten zehn Jahren in seinen Stiftungsstock bis zu einer Million Euro steuerbegünstigt einbringen - drei Mal so viel wie vor der Reform im Jahre 2005.

Und man kann auch für das Gemeinwohl und den Eigennutz Spenden einsammeln und darf dafür Spendenquittungen ausstellen, die die Spender dann wiederum von ihrem zu versteuernden Einkommen absetzen können.

Doch welcher Otto-Normalverdiener, sei es ein Gesellschafter einer GmbH, ein Selbständiger oder ein Kommanditist, hat schon 10.000 Euro herumzuliegen, die er mal eben in eine Stiftung stecken könnte? Bargeld ist immer knapp beziehungsweise schläft nicht und muss immer arbeiten.

Dr. Schulte recherchierte und fand ein ganz legale Lösung, wie man auch ohne Bares Nutznießer einer steuerfreien Treuhandstiftung werden kann:

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