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GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 19.10.2017

Euro-Traders S.R.L.: Einstiger Autokönig Ricci Santoro steht vor Betrugs-Anklage


Convent Riccardo Ricci Santoro war der Autohändler der Prominenten und offerierte "traumhaft günstige Leasingraten".

Jetzt verleast er keine Luxusautos mehr aus der Schweiz mit seiner untergegangenen Firma SAR Premium Cars AG, sondern verkauft die Flitzer nur noch von Norditalien aus mit seiner Nachfolgefirma Euro-Traders S.R.L., die er sich mit seinem Bruder Luca Santoro teilt.

Dabei bietet Santoro weiterhin "diverse Finanzierungsmöglichkeiten", wie die Firma wirbt, obwohl die Aargauer Staatsanwalt Santoro demnächst wegen Veruntreuung, Betrug, Urkundenfälschung, Misswirtschaft sowie ungetreuer Geschäftsbesorgung anklagen wird.

Der Haupt-Vorwurf: Der Autohändler Riccardo Santoro soll von Januar 2009 bis zu seinem Abtauchen im Mai 2011 190 Fahrzeuge im Wert von 19 Millionen Euro veruntreut haben. Hauptgeschädigte ist die Fidis Finance SA (FCA Capital Suisse SA) des Fiat-Konzerns mit Sitz in der Zürcher Straße 111 in Schlieren in der Schweiz.

Die Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, Fiona Strebel, sagte diese Woche der Aargauer Zeitung:

Zitat:


Wir gehen davon aus, dass wir demnächst Anklage erheben können.


Die Untersuchung begann im Mai 2011 und hat nun ganze sechseinhalb Jahre in Anspruch genommen. Die Akte Santoro und SAR Premium Cars AG füllt 650 Ordner.

2009 war Riccardo Ricci Santoro im Kanton Aargau in der Deutschschweiz mit einer eher unscheinbaren Garage (so heißen Autoreparaturwerkstätten in Schweiz) in der kleinen Berggemeinde Dintikon (2.200 Einwohner) beinahe über Nacht zum Schweizer Autokönig aufgestiegen.

Ganz ohne Showroom und Glaspalast. Die Leute pilgerten dennoch am Wochenende reihenweise zu dem Ausstellungsparkplatz neben einer Tankstelle im Gartenweg 1 in Dintikon.

Convent Dort sah man dann Exoten wie einen Bentley Arnage T Breitling Edition, von dem es laut Ricci Santoro auf der ganzen Welt nur ein einziges Exemplar gibt.

Wartezeiten auf einen Neuwagen wie etwa einen Porsche Panamera gab es bei Santoro nicht. Und der besondere Clou: Wer bei "Ricci" zum Beispiel einen Ferrari leaste, konnte diesen vor Ablauf des dreijährigen Leasingvertrages schon nach 6 bis 12 Monaten zurückbringen und in einen neuen Luxusschlitten steigen.

Die Garage der SAR Premium Cars AG von Santoro wurde so zu einem Eldorado für schnell gelangweilte Liebhaber exklusiver Boliden.

1.200 Namen umfasste Santoros VIP-Liste, Bonusmillionäre aus den Banken und prominente Sportler sind darunter. Ein Who is who der Schweiz. Namen wie jener des Lobbyisten Thomas Borer oder des Fußballtrainers Ciriaco Sforza vom Zürcher Grasshopper Club. Es sind aber auch viele Autonarren, Fans der größten PS-Boliden und feinsten Luxusschlitten, die auf dem Markt sind.

Santoro versorgte sie mit "allen relevanten Modellen", wie er mit etwas kühlem Understatement geworben hatte: Mit temperamentvollen Flitzern wie Ferrari, Lamborghini und Maserati aus Italien, gediegenen Limousinen der Marken Aston Martin, Rolls-Royce und Bentley aus England, limitierten Sondermodellen von Mercedes oder Lotus. Darunter kaum ein Wagen unter der 100.000-Euro-Preisschwelle und mitunter sündhaft teures Rollmaterial wie ein Maserati Coupe MC 12 im Wert von rund 1 Million Euro.

Jeder Kunde wurde mit kollegialem Händedruck in die Santoro-Familie aufgenommen. "Ich bin der Ricci", stellte er sich vor. Er bescherte den Kunden revolutionär niedrige Leasingraten. So konnten manche bei ihm mit teuren Luxusschlitten vom Hof fahren und das Fahrvergnügen fortan mit einem monatlichen Leasingzins von weniger als 1.734 Euro berappen.

Rund 4.000 Leasingverträge soll Santoros SAR Premium Cars AG vermittelt haben, 2011 wurde ein Umsatz von 217 Millionen Euro angepeilt.

"Wie macht der das bloß?", fragten etliche Banker und andere Kunden, die rechnen konnten. Auch Bewohner im Nachbardorf Dottikon (rund 3.900 Einwohner) wunderten sich über die prunkvolle Villa, die Santoro 2010 für 4,33 Millionen Euro im alten Dorfkern in der Ammerswilerstraße 24 bauen ließ und mit seiner Frau Anna bezog und die so gar nicht zu den vorhandenen Häusern passen wollte.

Santoro erklärte sein Businessmodell zusammengefasst so:

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