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GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 25.03.2018

PhilsPlace: Betrugsvorwürfe in der Wiener Immo Hautevolee


Convent Ausgerechnet Wiens glanzvollste Immobilienentwickler 6B47 und Sans Souci haben sich beim Bau eines neuen Wiener Wahrzeichens, dem PhilsPlace, einem Luxus-Apartment-Wolkenkratzer am Wienerberg, wegen Baukostenüberschreitungen um 5 Millionen Euro und wegen einer Projekterweitung wegen diverser Änderungswünsche der Investoren um weitere 5 Millionen Euro verhoben.

Die Liquiditätsengpässe wurden aber durch die Bauträger schnell behoben. Die 6B47 Real Estate Investors AG im Heiligenstädter Lände 27 unterhält schließlich einen eigenen Investorenclub.

Der 6B47 Real Estate Club honorierte seine mehr als 100 Investoren, die bislang über 180 Millionen Euro investierten, zuletzt mit einer Rendite von 10 Prozent im Jahr.

Und hinter der 6B47-Aktiengesellschaft stehen beispielsweise die Aktionärin Solitaire Privatstiftung (25,77 Prozent) des Ex-Generaldirektors der Österreichischen Bundesbahnen (2004-2008) Martin Huber (58) aus Wels oder der Immobilienunternehmer und 6B47-Aufsichtsvize Magister Erwin Kraus oder auch Ernst Maximilian Graf von Moy von der Gmunder Keramik Manufaktur, der 5,78 Prozent der 6B47-Aktien hält.

Convent Im vergangen Sommer gab die 6BK47 bekannt, durch eine geplante Kapitalerhöhung zwischen 60 und 80 Millionen Euro, was eine Verdoppelung des Kapitals bedeutet, und die Begebung einer neuen diesmal 8prozentigen bis 2022 laufenden Anleihe in Höhe von 15 Millionen Euro, die die seit 2015 bestehende und bis 2020 laufende 6-Prozent-Anleihe in Höhen von 20 Millionen Euro ergänzt, soll dem Unternehmen frisches Kapital zur Verfügung stehen.

Während die beiden Anleihen nicht an deutschen Börsen gehandelt werden, hatte die 6B47 für die Suche nach Finanzinvestoren für die Kapitalerhöhung die Investmentbank Lazard in Frankfurt am Main mandatiert.

Gemeinsam mit ihrem Investmentclub kann damit die 6B47 laut Aussendung Investitionen in neue Projektentwicklungen in Höhe von zirka 350 Millionen Euro tätigen.

Der 6B47-Vorstandsvorsitzende Peter Ulm (51) aus Wien freute sich denn auch am 2. Februar 2018, dass die 6B47 im aktuellen österreichischen Bauträgerranking gleich in fünf Kategorien auf Platz 1 für fertiggestellte Immobilien wurde, etwa für Wohnungen sowie Gewerbe- und Büroräume in Österreich in Höhe von rund 561,2 Millionen Euro und für Gewerbe im Ausland in Höhe von rund 51,5 Millionen Euro

Somit wäre der Kostenanstieg von 15 Millionen Euro auf 25 Millionen Euro für das Wiener Projekt PhilsPlace möglicherweise gar nicht sonderlich groß ins Gewicht und aufgefallen.

Convent Auch wenn Nobert Leo Winkelmayer (49), Chef des zweiten am PhilsPlace beteiligten Bauträgers und zugleich Inhaber der Sans Souci Gruppe aus der Wiedner Hauptstraße 57, zu der das Wiener Luxus-Hotel Sans Souci und das Schloss Trautmannsdorf gehören, im November 2017 wegen einer eingetretenen Bauverzögerung von mehreren Monaten nach eigenen Worten persönlich jeden Tag in Gummistiefeln auf der Baustelle in der Triester Straße 135 "herumgehüpft" ist, um den Bau voranzutreiben. "Sicher wird gebaut", hatte er damals den KURIER in Wien beruhigt.

Aber Winkelmayer und auch sein Kollege Friedrich Gruber (58), Vorstand der 6B47 Real Estate Investors AG, legten sich mit zwei der angesehensten Wiener Baufirmen an.

Das Streitobjekt: Das 12geschossige Full-Service Apartmenthaus PhilsPlace mit 135 geplanten Luxussuiten (7 Nächte ab 79 Euro plus 40 Euro Reinigungsgebühr, Zielgruppe: Businessnomaden) und einer Nutzfläche von 12.600 Quadratmetern in der Triester Straße 135 in Wien.

Der Streit um Geld und Leistungen:

Winkelmayer und Gruber sollen bis heute die Diplomingenieur Wilhelm Sedlak GmbH und die AY-KA Bau GmbH, die sich für das Projekt PhilsPlace zu einer Arge Wienerberg Philipshaus zusammengeschlossen hatten, auf einem Berg von unbezahlten Rechnungen von inzwischen 2,574 Millionen Euro sitzen lassen.

Ihre Begründung: Mängel oder noch nicht abgesclossene Arbeiten am Bau, die seit der Kündigung des Werkvertrages durch die Baufirmen im Sommer 2017 bis heute nicht behoben worden seien.

Gutachter sind eingeschaltet und geben der von Winkelmayer und Gruber geleiteten und zuständigen RBB Renovatio Bauträger & Baumanagement GmbH aus der Wiedner Hautpstraße 57 in Wien, an der die 6B47 und Sans Souci Group über eine gemeinsame Zwischengesellschaft namens GC General Contracor Holding und Beteiligungsmanagement GmbH zu je 50 Prozent beteiligt sind, erst einmal Zeitaufschub.

Convent Die beiden Bauausführungs-Firmen Diplomingenieur Wilhelm Sedlak GmbH und AY-KA Bau GmbH fühlen sich von den Bauträgerbossen Winkelmayer und Guber verschauckelt. Firmenchef Wilhelm Sedlak schließt Baumängel oder nicht zuende geführte Arbeiten nicht aus, doch stünden diese in keinem Verhältnis zu den unbezahlten Rechnungen.

Die Baufirma Sedlak kontert, dass "die nunmehr erhobenen Mängeleinreden reine Schutzbehauptungen darstellen, was sich durch die dokumentierten Zahlen belegen lässt". Demnach könnten "diese beanstandeten Mängel" im schlimmsten Fall mit 40.000 Euro bewertet werden.

Im Dezember 2017 stellten die Baufirmen schließlich Strafanzeige wegen schweren Betruges und Untreue gegen Friedrich Gruber und Norbert Leo Winkelmayer bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA).

Convent Der Haupt-Vorwurf im 17seitigen Papier, das der Rechtsanwalt Klaus Ainedter für die beiden Baufirmen kurz vor Weihnachten 2017 eingebracht hat und den Gruber und Winkelmayer bestreiten, lautet:

Die Projektgeschäftsführer Gruber und Winkelmayer sollen in ihrer Funktion die beiden Baufirmen "durch Vorspiegelung der Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit mit Baumeister-Arbeiten am Philips-Haus" (PhilsPlace beherberte früher die österreichische Verwaltung des niederländischen Elektronikkonzerns Philips) beauftragt haben.

Diesen sollen dabei ein Vermögensschaden in Höhe von 2,574 Millionen Euro zugefügt worden sein. Forderungen in dieser Höhe sollen von der RBB Renovatio Bauträger & Baumanagement GmbH in der Wiedner Hausptstraße 57 in Wien (so der Name der gemeinsamen Bauträger-Projektgesellschaft am Standort der Sans Souci Group) nicht beglichen worden sein.

Es bestehe der Verdacht, heißt in den Unterlagen, dass die Begleichung durch die Auswechslung des Projektsteuerers (Ziviltechniker) "bewusst verschleppt wurde".

Außerdem stünden Winkelmayer und eine weitere Person im Verdacht der betrügerischen Krida, also des strafbaren betrügerischen Konkurses nach Paragraph 156 des österreichischen Strafgesetzbuches.

Razzia überraschte die Bauträger

Die Strafanzeige soll die Bauträger 6B47 und Sans Souci nach eigener Aussagen aber noch gar nicht erreicht haben, da schlug die Staatsanwaltschaft zu. Letzten Donnerstag (22. März 2018) wurden die Bauträger, wie der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net vermeldete, von einer behördlichen Hausdurchsuchung an fünf Standorten überrascht, darunter PhilsPlace in der Triester Straße, 6B47 im Heiligenstädter Lände 29 und Sans Souci in der Wiedner Hauptstraße 57:

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