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GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 21.04.2008

Ripdealer sind nicht zu stoppen


Sie haben Ihre Immobilie oder Yacht in einer Zeitung oder in einem Internetportal inseriert? Dann kann Ihnen dieses passieren: Ein Interessent ruft an und will das Objekt kaufen, schnell, keine Besichtigung, zum ausgeschriebenen Preis, ohne Verhandlungen. Er klingt freundlich und seriös. Ungewöhnlich, aber: besser kann es ja nicht laufen. Von wegen: Oft sind es Betrüger, die mit solchen Angeboten versuchen, einen sogenannten "Rip-Deal" einzufädeln. Tatsächlich soll der Immobilien Anbieter um möglichst viel Geld gebracht werden - die Immobilie interessiert nicht. Sie dient nur als Vorwand, um mit dem Verkäufer in Kontakt zu treten.

Der freundliche Anrufer gibt sich meist als Vermittler eines ausländischen Geschäftsmanns aus, der die Immobilie oder das Schiff oder einen sonstigen Gegenstand von gr0ßem Wert, erwerben will, derzeit aber nicht nach Deutschland reisen kann. Deshalb soll das Geschäft im Ausland - sehr häufig: Mailand oder Turin oder Amsterdam - abgewickelt werden.

Ködergeschäft wird eingefädelt

Im Laufe der Gespräche stellt sich heraus: Der Kauf, dass Geschäft, könne nur stattfinden, wenn vorher Geld getauscht werde. Der vermeintliche Investor verfüge über Schwarzgeld. Ein Ködergeschäft wird eingefädelt: Meist werden 10.000 Schweizer Franken des Immobilien Anbieters in 10.000 Euro umgetauscht, so ein Fachmann. Das spätere Opfer macht so bei seinem ersten Besuch im Ausland zunächst einen Gewinn, schöpft so Vertrauen. Dann wird ihm ein größerer Deal angeboten, wobei Beträge um die 100.000 Euro normal und bis zu mehreren Millionen möglich sind. Eine umfangreiche Sammlung über das Vorgehen der Ripdealer finden Sie auf www.gomopa.net

Das Opfer reist erneut ins Ausland. Im Gepäck: ein Koffer voller Geld. Der Übergabeort: ein Luxushotel. Dort herrscht hektisches Treiben - das gehört zur Taktik der Betrüger. Sie dient dazu, dem Opfer blitzschnell im Austausch gegen echtes Geld einen Koffer mit sogenannten Facsimile-Noten unterzuschieben - das sind ungültige Scheine, die mit dem Aufdruck "Facsimilie" als solche gekennzeichnet sind (in Italien ist deren Besitz nicht strafbar). Schöpft das Opfer Verdacht, wird der Koffer mit dem echten Geld notfalls mit Gewalt entwendet. Sobald die Täter ihre Beute haben, verschwinden sie blitzschnell.

Gesamtschaden: Über 50 Millionen Euro

Schon über 1.400 Fälle wurden in Deutschland gemeldet und täglich werden es mehr. In 500 Fällen waren die Verbrecher erfolgreich, Gesamtschaden - über 40 Millionen Euro. Dunkelziffer: unbekannt. Betroffen sind vor allem Immobilienverkäufer. Doch auch auf Anzeigen, in denen teure Schiffe, Autos oder Pferde angeboten werden, reagieren die Betrüger.

Erfahrungen mit diesen Trickbetrügern machte vor kurzem eine Unternehmung aus Gelsenkirchen : Ein vermeintlicher Interessent, der angeblich Geld aus Ölgeschäften hatte, interessierte sich für eine angebotene Immobilie. Der Deal sollte in Amsterdam stattfinden - am besten sofort. Die Firma erbat sich Bedenkzeit und stellte Recherchen an. Letztlich informierte sie die Kripo. Einiges stellte sich als faul heraus. So war beispielsweise die Identität des vermeintlichen Interessenten nicht zu klären: Vom Täter angegebene E-Mail-Adresse, Handy- und Fax-Nummern hatten drei verschiedene Inhaber an drei Orten in zwei Ländern...

Ein verdeckter Einsatz eines Undercoverbeamten wäre eine ideale Möglichkeit gewesen, die Betrüger zu schnappen. Doch das war leider nicht möglich, weil noch kein Verbrechen vorlag ... Die Daten auch solcher versuchter Rip-Deals werden von der Polizei gesammelt: Eine Bund-Länder-Projektgruppe (BLPG), die BLPG "Rip-Deal", führt eine bundesweite Erhebung durch. Ziel: Infos über die Betrüger sammeln, um ihnen auf die Spur zu kommen.

Die Tricks der Betrüger



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